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Ein Grossvater kann viel bewirken (Paraschat Wa’era 5785)

Eine der Gründe, warum Mosche und Aharon so speziell waren.

Ein Grossvater kann viel bewirken (Paraschat Wa’era 5785)

Eine der Gründe, warum Mosche und Aharon so speziell waren.
Foto: AI Avigail

Wochenabschnitt Paraschat Wa’era: Ein Grossvater kann viel bewirken

Rav Frand zu Paraschat Wa’era 5785 – Beitrag 2

Ergänzungen: S. Weinmann

Weitere Artikel zum Wochenabschnitt , finden Sie hier

Es gibt es einen sehr interessanten Seforno in der dieswöchigen Parascha. Der Seforno fragt, warum die Tora bei Re’uwen und Schimon nur ihre Namen und die Namen ihrer Kinder erwähnt, bei Lewi jedoch die Namen von vier Generationen? (Schemot 6:14-27) Der Seforno deutet den folgenden Grund an: Im Falle von Re’uwen und Schimon waren sie und ihre Kinder gerechte und spezielle Menschen; die Enkel und Urenkel jedoch waren nicht auf demselben Niveau. Bei Lewi hingegen waren alle Generation speziell – er, seine Kinder, seine Enkel und seine Urenkel – Mosche und Aharon.

Der Seforno sagt, dass der Grund, warum sogar Lewis Urenkel hervorragend waren, war, weil Lewi aussergewöhnlich lange lebte. Er starb als letzter der Söhne Ja’akows. Josef starb, als erster, im Alter von 110 Jahren, Lewi jedoch erst im Alter von 137 Jahren. Zweitens erwähnt die Tora auch das lange Leben von Lewi’s Sohn Kehat, der im Alter von 133 Jahren starb und als drittes seinen Enkel Amram (Vater von Mosche und Aharon), der im Alter von ebenfalls 137 Jahren starb.

Nicht nur hatte Lewi eine Gelegenheit, seine eigenen Kinder zu erziehen, er konnte auch seine Enkel erziehen und so auch sein Sohn Kehat und sein Enkel Amram, die alle lange lebten.

Ich hörte einst im Namen eines grossen Rosch Jeschiwa, dass wir aus diesem Seforno zwei interessante Punkte ersehen können:

Erstens können wir sehen, was ein Grossvater vollbringen kann. Unsere Weisen (Talmud Traktat Sota 12a) betrachten Amram als den Gadol Hador (der Grösste seiner Generation) – welchen grösseren Einfluss benötigten noch Mosche und Aharon? Wir sehen jedoch, dass ein Grossvater sogar dem Haus eines Amram eine zusätzliche Dimension hinzufügen kann. Die zusätzlichen 27 Jahre, die Lewi mehr als Josef lebte, machten einen Unterschied auf die Persönlichkeit von Amram – und letzten Endes auf die Persönlichkeit von Mosche und Aharon.

Zweitens steht in Seder Olam Rabba im 2. Kapitel – Raschi zitiert ihn oft – dass Lewi mit 44 Jahren nach Ägypten kam. Das bedeutet, dass er in Mizrajim 93 Jahre lebte (137 minus 44). Jochewed, die Mutter von Mosche, war demnach 93 Jahr alt, als Lewi starb, da sie exakt beim Eintreffen von Ja’akow und seinen Nachkommen in Mizrajim geboren wurde. Wir können annehmen, dass Amram wahrscheinlich jünger war als Jochewed, da sie seine Tante war, vielleicht 20-25 Jahre jünger. In diesem Fall war er ungefähr 70 Jahre alt, als sein Grossvater Lewi starb. Dies bedeutet, dass die zusätzlichen 27 Jahre von Lewis Leben, die einen solchen Unterschied in Amrams Leben machten (mehr als bei seinen Cousins bei den anderen Stämmen, deren Grossväter starben, als sie jünger waren) schon in Amrams Erwachsenenalter fielen. Amram profitierte von der Anwesenheit seines Grossvaters, als er schon über fünfzig Jahre alt war.

In Amerika meinen wir heute, dass wenn jemand das Alter von vierzig Jahren erreicht, er sich nicht weiter entwickeln wird, nichts Weiteres lernt – er hat seinen Höhepunkt erreicht! Dieser Seforno sagt uns, dass als Amram schon ein Mann im mittleren Alter war – gegebenenfalls auch schon über sechzig – er davon beeinflusst war, dass sein Grossvater Lewi im Haus wohnte.

Wir sehen dabei zwei Dinge – was ein “Seide” (Grossvater) beitragen kann und dass ein Mensch auch weiterwachsen und sich entwickeln kann, wenn er schon ein älterer Mensch ist.

Quellen und Persönlichkeiten:

 

Seder Olam Rabba, „die grosse Weltchronik“. Im babylonischen Talmud wird diese Chronik mehrmals einfach als Seder Olam „die Weltchronik“ bezeichnet. Sie wird von den älteren biblischen Kommentatoren, einschliesslich Raschi, als solche zitiert. Sie wurde vom Mischna-Gelehrten Rabbi Jose ben Chalafta in hebräischer Sprache verfasst. Diese Chronik-Schrift hält sich zumeist eng an die biblische Chronologie.

In seiner jetzigen Form besteht Seder Olam Rabba aus 30 Kapiteln. Das Werk ist ein chronologisches Meisterstück, das sich von Adam Harischon (erster Mensch) bis zum Aufstand von Bar Kochba in der Regierungszeit des römischen Kaisers Adrianus (Hadrian) ausdehnt, 52 Jahre nach der Zerstörung des zweiten Tempels.

Seforno: Rabbi Ovadia ben Ja’akov Seforno (1470 – 1550); Rom und Bologna, Italien; klassischer Chumasch-Kommentator.

 

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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