Tischri/ Sukkot
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Der Monat Tischri– Perspektiven zu Sukkot 5787 (3. Teil)

„Die Sukka – ihre Vorschriften und ihre Bedeutung“

Der Monat Tischri– Perspektiven zu Sukkot 5787 (3. Teil)

„Die Sukka – ihre Vorschriften und ihre Bedeutung“
Foto: AI Avigail

Der Monat Tischri – Perspektiven zu Sukkot 5787(3. Teil)

(Aus Sefer Hatoda’a / Das Jüdische Jahr.
Bearbeitet und ergänzt von S. Weinmann)

Die Mizwa der Sukka

In der Tora steht geschrieben (Wajikra 23,42–43):
„In Sukkot sollt ihr sieben Tage wohnen; jeder Einheimische in Israel soll in Sukkot wohnen, damit eure kommenden Generationen wissen, dass Ich die Kinder Israels in Sukkot wohnen liess, als Ich sie aus dem Land Ägypten führte. Ich bin der Ewige, euer G-tt.“

Aus diesen Versen geht hervor, dass die Tora uns nicht nur gebietet, sieben Tage lang in der Sukka zu wohnen, sondern zugleich auch den Grund für diese Mizwa nennt: Unsere kommenden Generationen sollen wissen, dass G-tt die Kinder Israels nach dem Auszug aus Ägypten in Sukkot wohnen liess.
Was aber waren diese Sukkot?
Darüber finden wir bei unseren Weisen zwei Auffassungen.

Nach Rabbi Elieser waren damit die Ananej HaKawod – die Wolken der Herrlichkeit gemeint, mit denen G-tt das jüdische Volk in der Wüste umgab und beschützte. Nach Rabbi Akiwa waren es wirkliche Hütten, die sich die Benej Jisrael während ihrer Wanderung durch die Wüste errichteten und darin wohnten.  (Sukka 11b; Sifra, Emor zu Wajikra 23,43)

Hütten und keine Häuser

Glücklich kann sich Israel schätzen, dass es die Ausführung von Mizwot so gewissenhaft nimmt. Kaum kommt der letzte Ton des Schofars am Ende von Jom Kippur zur Ruhe, beginnt man bereits mit der Erfüllung der nächsten Mizwa: dem Bau der Sukka.

Man wartet nicht erst bis zum folgenden Tag, sondern beginnt, wenn möglich, unmittelbar nach Jom Kippur mit der Vorbereitung der Sukka. Auf diese Weise geht man von einer Mizwa unmittelbar zur nächsten über.

Die Tora bezeichnet die Sukka ausdrücklich als eine vorübergehende Wohnung. Unsere Weisen lehren:
„Alle sieben Tage soll der Mensch seine feste Wohnung verlassen und in einer vorübergehenden Wohnung wohnen.“

Daraus folgt, dass eine Sukka ihrem Wesen nach keine dauerhafte Behausung sein darf. Sie soll uns daran erinnern, dass auch unsere scheinbar festen und sicheren Wohnungen letztlich keinen absoluten Schutz bieten.

Pharao glaubte an die Sicherheit seiner mächtigen Städte und Festungen. Er war überzeugt, seine Bauwerke könnten ihm Sicherheit und Schutz gewährleisten. Doch schließlich musste er erkennen, dass kein menschliches Bauwerk Schutz bieten kann, wenn G-tt diesen Schutz nicht gewährt.

Gerade deshalb verlassen wir an Sukkot unsere festen Häuser und ziehen in eine einfache, vorWarum gerade eine Sukka?übergehende Hütte. Damit bringen wir zum Ausdruck: Nicht Mauern und Dächer schützen den Menschen, sondern allein der Wille G-ttes.

Diese Erkenntnis begleitet das jüdische Volk seit dem Auszug aus Ägypten. In der Wüste lebten unsere Vorfahren ohne feste Häuser und ohne die Sicherheiten einer normalen menschlichen Existenz. Dennoch wurden sie von G-tt beschützt und versorgt.

Die Sukka erinnert uns jedes Jahr aufs Neue daran, dass unser Vertrauen nicht auf materieller Sicherheit beruhen darf. Häuser, Besitz und menschliche Vorkehrungen sind notwendig – doch die eigentliche Sicherheit des Menschen liegt in der Haschgacha, der g-ttlichen Vorsehung.

Warum gerade eine Sukka?

Die Ägypter suchten ihre Sicherheit in ihren festen Häusern und mächtigen Bauwerken. Das jüdische Volk dagegen wurde aus Ägypten hinausgeführt und musste lernen, seine Sicherheit nicht in Stein und Mauern, sondern in G-tt zu suchen.

Die Sukka bringt diesen Gedanken besonders deutlich zum Ausdruck. Ihre Wände dürfen zwar stabil sein, doch ihr Dach besteht aus S’chach, aus natürlichem Pflanzenmaterial. Gerade das Dach, das beim gewöhnlichen Haus den Menschen vor Wind und Wetter schützen soll, muss bei der Sukka so beschaffen sein, dass es uns daran erinnert:
Unser wahrer Schutz kommt von oben.

Deshalb verlassen wir für sieben Tage unsere festen Wohnungen und begeben uns unter den S’chach der Sukka. Wir verlassen gewissermassen die scheinbare Sicherheit des Hauses und stellen uns bewusst unter den Schutz des Allmächtigen.

So wird die Sukka zu einem sichtbaren Ausdruck unseres Glaubens und Vertrauens: G-tt ist es, der uns schützt und erhält – damals in der Wüste ebenso wie heute.

Warum feiert man Sukkot im Tischri und nicht im Nissan?

In der Tora heißt es, man solle die Häuser am 15. des siebten Monats verlassen und in Hütten wohnen, um dadurch an den Auszug aus Ägypten erinnert zu werden.

Doch gerade daraus ergibt sich eine naheliegende Frage: Der Auszug aus Ägypten fand im Monat Nissan statt. Warum feiern wir Sukkot dann nicht im Nissan, sondern erst ein halbes Jahr später, im Monat Tischri?

Die Erklärung des Tur

Der Tur [Hilchot Sukka 625:1] erklärt:
Würde man die Sukka im Nissan errichten, wäre nicht deutlich erkennbar, dass dies um der Mizwa willen geschieht. Im Frühling, wenn das Wetter angenehm wird, verlassen Menschen ohnehin ihre Häuser und halten sich gerne im Freien oder in Hütten auf.

Wenn wir dagegen im Tischri, zu Beginn der Regenzeit, unsere festen Wohnungen verlassen und in eine Sukka ziehen, wird für jeden sichtbar, dass wir dies nicht aus Bequemlichkeit, sondern ausschließlich um der Mizwa willen tun.

Gerade der ungewöhnliche Zeitpunkt macht also deutlich, dass unser Aufenthalt in der Sukka der Erfüllung des göttlichen Gebotes dient.

Die Erklärung des Benej Jissaschar

Der Benej Jissaschar bringt einen weiteren Gedanken.
Die Sukka gehört zu den Mizwot, die den Menschen mit seinem ganzen Körper umgeben. Der Mensch tritt vollständig in die Mizwa hinein. In diesem Sinn besitzt die Sukka eine besondere Heiligkeit: Nicht nur eine einzelne Handlung oder ein bestimmtes Körperteil nimmt an der Mizwa teil, sondern der ganze Mensch befindet sich innerhalb der Mizwa.

Nach Rosch Haschana und Jom Kippur, nachdem der Mensch Teschuwa getan und Vergebung erlangt hat, ist er bereit, mit seinem ganzen Wesen in die Heiligkeit der Sukka einzutreten.

Die Erklärung des Gaon von Wilna

Eine weitere Erklärung gibt der Gaon von Wilna (HaGra).
Nach dem Auszug aus Ägypten wurden die Benej Jisrael von den Ananej HaKawod – den Wolken der Herrlichkeit umgeben. Doch nach der Sünde des Goldenen Kalbes verschwanden diese Wolken.

Mosche Rabbejnu stieg daraufhin auf den Berg Sinai, um für das jüdische Volk um Vergebung zu bitten.
Am Jom Kippur, dem 10. Tischri, kam er mit den zweiten Luchot (Tafeln) vom Berg herab und brachte die Botschaft, dass G-tt dem jüdischen Volk vergeben hatte.

Am folgenden Tag, dem 11. Tischri, befahl Mosche den Benej Jisrael, die Materialien für den Bau des Mischkan zu bringen. Am 12. und 13. Tischri brachten sie ihre Spenden. Am 14. Tischri nahmen die Handwerker die Materialien entgegen.

Und am 15. Tischri – genau an dem Tag, an dem später das Sukkotfest beginnt – kehrten die Ananej HaKawod, die Wolken der Herrlichkeit, zurück.

Deshalb feiern wir Sukkot gerade am 15. Tischri. Wir erinnern uns nicht lediglich daran, dass die Wolken der Herrlichkeit die Benej Jisrael beim Auszug aus Ägypten begleiteten, sondern insbesondere daran, dass sie nach der Sünde des Goldenen Kalbes und der darauf folgenden Vergebung – an diesem Tag – wieder zurückkehrten.

Sukkot wird damit zugleich zu einem Fest der Versöhnung und der wiederhergestellten Nähe zwischen G-tt und dem jüdischen Volk.

Die Erklärung des Raschbam  

Eine weitere Erklärung steht im Raschbam Paraschat Emor [Wajikra 23:43]:
„Damit eure Generationen wissen usw.“ – Nach dem einfachen Wortsinn ist es entsprechend der Meinung derjenigen, die im Traktat Sukka sagen, dass es sich um wirkliche Hütten handelte.

Und dies ist der Sinn der Sache: „Das Sukkotfest sollst du dir feiern, wenn du von deiner Tenne und deiner Kelter einsammelst“ – wenn ihr den Ertrag des Landes eingebracht habt und eure Häuser mit allem Guten gefüllt sind: mit Getreide, Most und Öl.

[Dann sollt ihr in Sukkot wohnen,] damit ihr euch daran erinnert, dass Ich die Kinder Israels in der Wüste vierzig Jahre lang in Hütten wohnen liess, ohne festen Wohnsitz und ohne eigenen Landbesitz.

Dadurch werdet ihr Demjenigen Dank erweisen, Der euch Landbesitz gegeben und eure Häuser mit allem Guten gefüllt hat. Und ihr sollt nicht in eurem Herzen sagen:
„Meine Kraft und die Stärke meiner Hand haben mir diesen Wohlstand geschaffen.“

In derselben Reihenfolge finden wir es in Paraschat Ejkew [Siehe Dewarim 8:2-18]:
„Und du sollst dich an den ganzen Weg erinnern, den der Ewige, dein G-tt, dich diese vierzig Jahre geführt hat …“, und: „Er speiste dich mit dem Man …“

Und weshalb gebiete Ich dir, dies zu tun? Weil „der Ewige, dein G-tt, dich in ein gutes Land bringt …“, und: „Du wirst essen und satt werden …“; dann könnte „dein Herz sich erheben und du den Ewigen vergessen“, und du könntest in deinem Herzen sagen: „Meine Kraft und die Stärke meiner Hand haben mir diesen Wohlstand geschaffen.“

Deshalb heißt es: „Du sollst dich an den Ewigen, deinen G-tt, erinnern, denn Er ist es, Der dir die Kraft gibt, Wohlstand zu schaffen.“

Darum verlässt man zur Zeit des Einsammelns die mit allem Guten gefüllten Häuser und wohnt in Sukkot, zur Erinnerung daran, dass sie in der Wüste keinen Landbesitz und keine Häuser zum Wohnen hatten.

Aus diesem Grund hat der Heilige, gelobt sei Er, das Sukkotfest gerade auf die Zeit des Einsammelns von Tenne und Kelter festgesetzt, damit sich ihr Herz angesichts ihrer mit allem Guten gefüllten Häuser nicht erhebe und sie nicht etwa sagen:

„Unsere eigenen Hände haben uns diesen Wohlstand geschaffen.“

Zusammengefasst: Die Zeit von Tischri ist eine Zeit, in der der Mensch nach der Ernte seine Vorräte eingebracht hat. Seine Scheunen und Lager sind gefüllt, und gerade jetzt könnte leicht das Gefühl entstehen:

Mein Besitz, meine Arbeit und meine eigenen Fähigkeiten haben mir diesen Wohlstand gebracht.
Deshalb gebietet uns die Tora gerade zu diesem Zeitpunkt, unser festes Haus zu verlassen und für sieben Tage in einer einfachen Sukka zu wohnen.

Der Mensch soll erkennen: Trotz seines Besitzes und trotz aller materiellen Sicherheit ist er letztlich auf den Schutz und den Segen G-ttes angewiesen.

Die Sukka lehrt uns somit, dass nicht das feste Haus, nicht der materielle Besitz und nicht die menschliche Leistung allein unsere Sicherheit gewährleisten. Unser eigentlicher Schutz und unser Segen kommen von G-tt.

Der Bau der Sukka

Beim Errichten einer Sukka werden zunächst drei oder vier Wände aufgestellt. Sie müssen mindestens zehn Tefachim (10 Handbreiten, rund 1m) hoch sein.

Für die Wände kann grundsätzlich jedes Material verwendet werden, das einem gewöhnlichen Wind standhält. Man kann also Bretter, Steine oder anderes geeignetes Material verwenden. Entscheidend ist, dass die Wände genügend fest sind und einem gewöhnlichen Wind standhalten.

Erst nachdem die Wände errichtet worden sind, wird das S’chach, die Bedeckung der Sukka, aufgelegt.

Was darf als S’chach verwendet werden?

Das S’chach muss aus Material bestehen, das aus dem Erdboden gewachsen ist, inzwischen jedoch vom Boden getrennt wurde.

Geeignet sind beispielsweise:
Äste und Zweige,
Schilf,
Stroh,
Bambus,
Holzlatten beziehungsweise geeignetes Holzmaterial.

Nicht alles, was aus der Erde wächst, darf jedoch ohne Weiteres als S’chach verwendet werden.
Materialien, die bereits zu einem Kli – einem Gebrauchsgegenstand oder Gerät – verarbeitet worden sind, dürfen nicht als S’chach verwendet werden, da sie zur Aufnahme von Tum’a (rituelle Unreinheit) geeignet sind.
Es gibt noch weitere Bestimmungen, bezüglich des S’chach, siehe Schulchan Aruch 629.

Wie dicht muss das S’chach sein?

Die Bedeckung muss so dicht sein, dass in der Sukka mehr Schatten als Sonne vorhanden ist. Ist mehr Sonne als Schatten vorhanden, ist die Sukka nicht koscher.

Andererseits soll das S’chach auch nicht wie ein vollkommen geschlossenes Dach wirken. Die Sukka soll ihren Charakter als vorübergehende Behausung behalten. Deshalb wird darauf hingewiesen [Schulchan Aruch 631:3], dass man durch den S’chach in der Nacht noch die grossen Sterne sehen kann. Dies ist jedoch nicht eine grundlegende Voraussetzung für die Gültigkeit der Sukka.

Zuerst die Wände, dann das S’chach

Ein wichtiger Grundsatz beim Bau der Sukka lautet:
Zuerst werden die Wände errichtet und erst danach wird das S’chach aufgelegt.

Die Reihenfolge ist von Bedeutung, weil die Sukka in der vorgeschriebenen Weise entstehen soll. Das S’chach soll auf eine bereits vorhandene, für die Sukka bestimmte Wandkonstruktion gelegt werden. (Details siehe Rema, Orach Chajim 635:1 und dort Mischna Berura 9-11].

Die Botschaft der Sukka

Für sieben Tage verlässt der Mensch seine feste Wohnung und zieht in eine einfache, vorübergehende Behausung.

Damit erinnert er sich an die Benej Jisrael, die nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste zogen und unter dem besonderen Schutz G-ttes standen.

Die Sukka lehrt den Menschen, sich nicht allein auf Häuser, Besitz und materielle Sicherheit zu verlassen.
Der eigentliche Schutz des Menschen kommt von G-tt.

So wird die Sukka jedes Jahr aufs Neue zu einem sichtbaren Ausdruck von Emuna und Bitachon – Glaube und Vertrauen auf G-tt.

Quellen und Persönlichkeiten:

Raschbam
Raschbam: Akronym für Rabbi Schemuel ben Meir (ca. 1085–1158); Ramerupt und Troyes, Frankreich.
Sein Vater, Rabbi Meir ben Schemuel, war mit Jochewed, einer der Töchter Raschis, verheiratet. Zu seinen Brüdern gehörten Rabbi Jizchak ben Meir, bekannt als Riwam, und Rabbi Ja’akow ben Meir, bekannt als Rabbejnu Tam. Raschbam, Riwam und Rabbejnu Tam gehörten zu den bedeutenden frühen Tossafisten.
Der Raschbam verfasste einen Kommentar zum Pentateuch sowie Kommentare zu verschiedenen Traktaten des Talmuds. Er war Schüler seines Grossvaters Raschi und seines Vaters Rabbi Meir.
 
 
„Tur“ / „Ba’al HaTurim“
„Tur“ / „Ba’al HaTurim“: Rabbi Ja’akow ben Ascher (ca. 1269–1343); geboren vermutlich in Köln (Deutschland), später Toledo (Spanien). Er gehörte zu den bedeutendsten halachischen Autoritäten des Mittelalters. Sein Hauptwerk sind die „Arba’a Turim“ („Vier Reihen“), gewöhnlich kurz „Tur“ genannt.
Dieses grundlegende halachische Werk ist in vier Gesetzesbereiche gegliedert: Orach Chajim, Jore De’a, Ewen Ha’Eser und Choschen Mischpat. Es bildete später die Grundlage für den Schulchan Aruch von Rabbi Josef Karo, der sich in Aufbau und Einteilung an den vier Turim orientiert. Rabbi Ja’akow verfasste außerdem einen bekannten Kommentar zur Tora, der vor allem Gimatriot (Deutungen anhand der Zahlenwerte der hebräischen Buchstaben), Wortdeutungen und Hinweise enthält und gewöhnlich „Ba’al HaTurim“ genannt wird. Nach seinem Hauptwerk wird auch Rabbi Ja’akow selbst häufig als „Ba’al HaTurim“ bezeichnet.
 
 
Gaon von Wilna
Rabbi Elijahu ben Schlomo Salman (1720–1797), bekannt als der Gaon von Wilna oder Wilnaer Gaon, war einer der bedeutendsten Tora-Gelehrten der Neuzeit. Bereits zu seinen Lebzeiten genoss er höchstes Ansehen und galt als aussergewöhnliches Genie auf den Gebieten der Tora, des Talmuds, der Halacha und der Kabbala.
Als führende Gestalt des litauisch-aschkenasischen Judentums prägte er Generationen von Gelehrten und gilt bis heute als Inbegriff der klassischen litauischen Tora-Gelehrsamkeit.

Der Gaon verfasste mehr als siebzig Kommentare und Werke zu Tora, Talmud, Halacha, Kabbala und anderen Bereichen des jüdischen Wissens. Seine Schriften behandeln ein breites Spektrum halachischer, philosophischer und religiöser Fragestellungen und zählen bis heute zu den grundlegenden Standardwerken der jüdischen Gelehrsamkeit.
 
 
„Benej Jissaschar“ 
Rabbi Zwi Elimelech Schapira von Dinow (1783–1841); bedeutender chassidischer Rebbe, Rabbiner und Kabbalist in Galizien. Er war ein Schüler des Choseh von Lublin und von Rabbi Menachem Mendel von Rimanow. Bekannt ist er vor allem durch sein Werk Benej Jissaschar, das tiefgründige chassidische und kabbalistische Erklärungen zu den Monaten des jüdischen Jahres und zu den Feiertagen enthält. Nach diesem Werk wird er gewöhnlich als der „Benej Jissaschar“ bezeichnet.
 
 
 
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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich
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