Siwan / Paraschat Nasso
Siwan / Paraschat Nasso

Ein zentraler Charakter von Schawuot

Ein zentraler Charakter von Schawuot

Ein zentraler Charakter von Schawuot

Beitrag zu Schawuot 5784

VON RABBI YAAKOV FEITMAN

Aus: Die jüdische Zeitung, Nr. 20, 4. Siwan 5778 / 18. Mai 2018

Ergänzungen: S. Weinmann

Jeder weiss, dass sich am Feiertag Schawuot alles um das Tora-Lernen dreht. Wir bleiben die ganze Nacht wach, wir leinen am Tag in der Sefer Tora die Parscha von Matan Tora und wir versuchen so, den Sommer mit frischer Hatmada (Fleiss) und Hingabe für Limud Hatora zu beginnen.

Es gibt jedoch eine Midda (Eigenschaft), die eng mit Schawuot verbunden ist. Ihre Wurzeln sind am Pessach zu finden und sie erreicht diese Woche mit Schawuot ihren Höhepunkt. Es handelt sich um die Midda von Hakarat Hatow, das Empfinden und ehrliche Ausdrücken der Dankbarkeit die für uns gewährte Wohltaten. Ein gemeinsamer Nenner von Pessach und Schawuot ist die Mizwa von Bikurim – das Darbringen der ersten Früchte der Ernte im Bejt Hamikdasch (Tempel). Am Pessach basiert sich die ‘Haggada schel Pessach’ zu einem grossen Teil auf den vier Pessukim (Dewarim 26:5-8), die zum Kohen (Priester) gesagt werden, wenn ein Landbesitzer dem Ewigen in Jeruschalajim Bikurim (die Erstlingsfrüchte) – ab dem Feiertag Schawuot – darbringt.

Zudem ist Bikurim nicht nur eine der Mizwot, die mit Schawuot in Verbindung stehen, sondern diese Mizwa ist auch die Quelle eines der Namen dieses Jomtow (Feiertages) (Bamidbar 28:26): ‘UweJom Habikurim…’ Wie das Sefer Hachinuch und viele andere erklären, ist das zentrale Thema von Bikurim unsere Verpflichtung, Haschem für Seine Wohltätigkeit zu danken und Taten und Worte zu nutzen, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Was hat dies jedoch mit Schawuot zu tun?

Der Ramban (Schemot 20:1) erklärt, dass Matan Tora eine Prüfung für uns war, um festzustellen, ob wir das Geschenk der Tora, das wir erhielten, verstehen und dafür wirklich dankbar sind. Bezüglich Hakarat Hatow in der Seder-Nacht erklärt Rabbi David Cohen (Birkat Ja’avez 3:224), dass die zentrale Bedeutung der Bikurim erfordert, dass wir die Geschichte von Jeziat Mizrajim in einem niedrigen Zustand (G‘nut) beginnen und mit Lob und Dank für unsere Erhebung (Schewach) enden. Eines der elementarsten Aspekte von Hakarat Hatow erfordert, dass wir erkennen, wie schlecht die Dinge vorher waren und wie sehr sie sich zum Besseren gewendet haben. Das erfordert von uns, dass wir den traurigen Zustand unserer Sklaverei und auch die Sittenlosigkeit in Mizrajim erwähnen und dann die grossartige Erlösung von all diesen schwierigen Bedingungen hervorheben.

Raw Cohen weist darauf hin, dass wir am Schawuot Haschem dafür danken müssen, dass Er uns das Mittel gegeben hat, um den Jezer Hara (bösen Trieb) zu bekämpfen und zu besiegen, durch die Tora selbst. So ist auch die Kritik an Klall Jisrael – bei der Zerstörung des ersten Bejt Hamikdasch – zu verstehen, dass es die Birkat Hatora (der Segenspruch über die Tora am Morgen) nicht   gesagt hat (Talmud Traktat Nedarim 81a). Die Bedeutung davon ist, dass wir getadelt werden, weil wir für das Geschenk der Tora nicht genügend dankbar gewesen sind.

Dank dieser Einsicht können wir verstehen, dass die gesamte Periode von Pessach bis Schawuot von der Thematik dieser Jamim Towim (Feietrage) erfüllt ist – der Erkenntnis von Haschems Güte und Seiner Rücksichtnahme auf unsere Bedürfnisse.

Aber eigentlich lehrte Haschem uns dies schon beim Beginn der Schöpfung. Obwohl die Welt sofort Regen benötigte, liess Haschem nicht regnen, bevor der Mensch erschaffen wurde, um diese G“ttliche Gabe zu schätzen und dafür zu beten (Raschi, Bereschit 2:5). Der Maharal (Gur Arje, ibid.) fügt hinzu: Es ist verboten, jemandem Chessed  (Güte) zu erweisen, der undankbar ist. Da kein anderes Geschöpf die Fähigkeit der Dankbarkeit hat, wartete Haschem damit, der Erde Regen zu gewähren, bis der Mensch da war und Dankbarkeit zeigen konnte. Raw Jizchak Silberstein (Lechanech Besimcha, S. 95) erzählt von einem Rosch Jeschiwa in der Schweiz in seiner Jugend, der im Korridor der Jeschiwa ein Aquarium aufstellte, um die Talmidim dazu zu  inspirieren, Haschem für Seine Schöpfungen zu danken. Er empfiehlt eindringlich, dass jüdische Kinder dazu angehalten werden, aufmerksam dem Gesang von Vögeln zuzuhören, eine Handlung, die sowohl zu Hakarat Hatov als auch zur persönlichen Freude führt. Diese Beispiele zeigen, dass die Midda von Hakarat Hatow zur Zeit der Schöpfung begann und bis heute für uns von grosser Bedeutung ist.

Raw Schlomo Wolbe (Da’at Schlomo, S. 30) gewährt uns Einsicht in die Awoda (Dienst) der Bikurim und des Hakarat Hatow. Er zitiert den Passuk (Dewarim 26:3), der den Text nennt, den der Bauer als Einleitung, wenn er die Bikurim bringt, sagen soll: „Und komme zu dem Kohen, der in jenen Tagen sein wird, und spreche zu ihm: Ich tue dem Ewigen, deinem G-tt kund (ich danke ihm), dass ich in das Land gekommen bin…“  Raschi zur Stelle erklärt, dass der Landwirt damit bestätigt soll, dass „er nicht undankbar ist (und Haschems Güte schätzen kann)“. Warum, fragt Raw Wolbe, drückt das Raschi auf negative Weise aus? Warum sagt Raschi nicht einfach, dass „er Haschem dankbar sei“? Es gibt in der Tat zwei Aspekte der Bikurim. Der Erste ist, die schlechte Midda der Undankbarkeit, das „Nicht schätzen können, was wir erhalten haben“, zu eliminieren. Danach können wir beginnen, den Weg der positiven Gefühle und des Ausdrückens von Hakarat Hatow zu gehen. Er zitiert den Chowot Halewawot (Scha’ar Habechina) und den „Alten von Kelm“ mit den Worten, dass der grösste Teil der Menschheit vergisst, dass es einen Schöpfer gibt, Der uns mit allem, was wir haben, versorgt.

Möglicherweise bezieht sich ein Aspekt der Megillat (Rolle) Ruth am Schawuot ebenfalls auf Hakarat Hatow. Ruth stammte von der Nation von Moaw ab, deren männliche Angehörige nicht in Klall Jisrael aufgenommen werden dürfen. Was war ihr Vergehen? Der Ramban erklärt: „Amon und Moaws Vorfahren wurden durch Awraham Awinu gerettet (Awraham rettete Lot, den Vater dieser Nationen). Sie hätten uns in der Wüste zumindest minimal mit Brot und Wasser empfangen sollen“. Der „Alte von Kelm“ (Chochma Umussar 1:12) nutzt diese Verurteilung von Amon und Moaw als Lektion für Hakarat Hatow: „Stellen wir uns vor, was für eine Verpflichtung wir alle haben, unseren Vorfahren gegenüber dankbar zu sein“. Ruth, die immer als „HaMowia (die Moawiterin)“ bezeichnet wird, lieferte ein Gegenmittel für den Makel ihres Volkes, indem sie ständig dankbar war (gegenüber Ihrer Schwiegermutter No’omi und dem Richter Boas) und Dankbarkeit lehrte. Indem sie das tat, entfernte sie nicht nur den Fleck Moaws, sondern erhob ihre Nachkommen so sehr, dass das Malchut Bejt David und Maschiach stolz darauf sind, ihre Kinder zu sein.

Raw Elijahu Dessler (Michtav MeElijahu 1:142) betont, dass „es möglich ist, offene Wunder zu sehen und doch keine Gefühle des Glaubens zu empfinden, wenn man nicht Dankbarkeit für diese erstaunlichen Erscheinungen verinnerlicht“. Das mag auch erklären, warum Haschem wirklich grosse Wunder bei Matan Tora vollbrachte und uns gleichzeitig lehrte, wer sie machte und warum. Davon sollten wir lernen, nie etwas als selbstverständlich hinzunehmen.

Raw Jizchak Hutner wiederholte oft die Ermahnung seiner eigenen Rebbe’im, dass jemand, der kein Hakarat Hatow (Dankbarkeit) zeigt – ein „Kafui Towa (Undankbarer)“ – nicht nur nicht  menschlich ist, sondern vielmehr Gift für andere ist. Auch Rabbi Chajim Vital (Scha’arei Keduscha 1:6) schreibt, dass das Vergessen von Gefälligkeiten, die uns jemand anderer erwies, „einer der drei schlimmsten geistigen Missstände ist“.

In unserer Vorbereitung für Hakarat Hatow am Schawuot können wir zwei Geschichten als Beispiel und Inspiration erwähnen. Als Rabbi Isser Salman Melzer, der Autor des Ewen Ha‘asel, niftar wurde, wurde er in der „Chelkat HaRabbanim“, dem rabbinischen Teil des Har Hamenuchot begraben. Raw El’asar Menachem Man Schach kaufte sofort für sich selbst ein Grab neben ihm, damit er neben seinem geliebten Onkel und Rebbe liegen kann. Als später ein Dajan in jungem Alter starb, überliess Raw Schach die Grabstelle ihm, da er ebenfalls neben Raw Isser Salman Melzer begraben werden wollte. Viele fragten Raw Schach, warum er verzichtet habe. Raw Schach antwortete einfach, dass dieser Dajan ihm geholfen habe, vom Norden des Landes, in der Nähe des Libanons, nach Jerusalem zu ziehen. Raw Schach fand, dass es für die Verpflichtung von Hakarat Hatow keine Grenze gibt.

Eine berühmte Geschichte über Raw Jisroel Se’ew Gustman illustriert ebenfalls diese Midda. Raw Gustman war ein sehr junges Mitglied von Rabbi Chajim Oser Grodzenskys Bejt Din in Wilna und machte oft Spaziergänge mit seinem Mentor, die für die Gesundheit des älteren Mannes wichtig waren. Oft wies Raw Chajim Oser auf verschiedene Pflanzen, Pilze und andere ungewöhnliche Gewächse im Wald hin. Erstaunlicherweise schien er die Wirksamkeit jeder Pflanze zu kennen, und er erklärte seinem jungen Schützling, welche Pflanze er essen könne und welche schädlich sei. Raw Gustman hörte zu, konnte jedoch nicht begreifen, warum Raw Chajim Oser, der Gadol Hador, ihm diese Informationen gab. Während der Nazi-Besetzung musste Raw Gustman ein Jahr lang im Wald leben. Er wurde durch die essbaren Pflanzen am Leben erhalten, und konnte die giftigen vermeiden. Als er nach Erez Jisrael zog, legte Raw Gustman einen Garten mit diesen Pflanzen an, die sein Leben gerettet hatten, damit er ihnen Hakarat Hatow zeigen konnte.

Diese Lehre ist dieselbe, die wir jeden Schabbat und Jomtow erleben, wenn wir die Challa zudecken, während wir Kiddusch auf den Wein machen. Wir wollen nicht, dass die Challa „beschämt wird“, weil sie nicht für den Kiddusch verwendet wird. Wie die Sefarim jedoch betonen, weiss jeder, dass die Challa keine Gefühle hat, genauso wie Raw Gustmans Pflanzen keine Dankbarkeit empfangen konnten. Er musste jedoch das Richtige tun, weil „HaAdam nif’al lefi Pe’ulotaw“ – der Mensch ist, was er tut (Sefer Hachinuch). Wenn wir denjenigen und diejenigen, die für uns so viel tun, am Schawuot Danke sagen, werden wir schon einen riesigen Schritt in die Richtung gemacht haben, das Volk zu sein, dem Haschem die Tora gab.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Raschi, Akronym für Rabbi Schlomo ben Jizchak (1040-1105); Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.
  • Ramban: Rabbi Mosche ben Nachman – “Nachmanides” (1194 – 1270); Gerona, Spanien; Erez Jisrael; einer der führenden Toragelehrten (Rischonim) des Mittelalters, einer der Haupterklärer des Chumasch (fünf Bücher Moses), wie Verfasser weiterer Werke in Haschkafa (Kitwej haRamba“n) und Abhandlungen zum Talmud.
  • Sefer HaChinuch („Das Buch der Erziehung zu Mizwot“) ist ein Werk, das systematisch die 613 Gebote der Tora behandelt. Das Buch diskutiert separat jedes der 613 Gebote, sowohl aus rechtlicher als auch aus moralischer Sicht. Für jeden von ihnen beginnt die Diskussion des Chinuchs damit, die Mizwa mit ihrer biblischen Quelle zu verknüpfen, und spricht dann die philosophischen Grundlagen des Gebotes an (hier als “Schoresch” bezeichnet). Im Anschluss daran gibt der Chinuch einen kurzen Überblick über die Halacha (jüdisches Gesetz), das die Einhaltung dieser Mizwa regelt – normalerweise basierend auf Maimonides’ Mischne Tora – und schließt mit einer Zusammenfassung der Anwendbarkeit des Gebotes. Es wurde anonym im Spanien des 13. Jahrhunderts veröffentlicht. Der mögliche Autor ist Rabbi Aharon Halevi (1235-1304); Barcelona, Spanien.
  • Rabbi Chajim ben Josef Vital (1542-1620); Zefat (Safed), Jerusalem (Israel) und Damaskus (Syrien).  Rabbiner und Kabbalist. Schüler des Alschich Hakadosch (Rabbi Mosche Alschich), von Rabbi Mosche Kordowero und schlussendlich der Haupt-Schüler des Ari Hakadosch. Er studierte und verfasste die Kitwej haArisal (Schriften des Arisal).
  • Rabbi Chajim Oser Grodsinski (1863-1940); Rabbiner von Wilna. Er war Rabbiner, Aw Bejt Din (Gerichtsvorsitzender), Possek (Dezissor) und grosser Talmud-Gelehrter. Während den 55 Jahren, in der er sein Amt ausführte, wurde er als einer der leitenden Posskim weltweit angesehen.
  • Rabbi Isser Salman Melzer (1870-1953); geb. in Mir. Er lernte in der Mirer Jeschiwa, in Woloschin, (unter der Leitung des Neziw und Rabbi Chajim Soloweitschik), und in Radin (unter der Leitung des  Chafez Chajim). Im Jahr 1894 wurde Rav  Melzer Maggid-Schiur an der Slabodka-Jeschiwa.  Im Jahr 1897 verliess Rav Melzer Slabodka, um die Sluzker Jeschiwa zu leiten,  die vom Ridwas in Sluzk gegründet worden war. 1903 wurde Rav Melzer zum Rabbiner von Sluzk ernannt, eine Position, die er 20 Jahre lang innehatte. Rabbi Meltzer wanderte  nach Erez Jisrael aus und wurde Rosch Jeschiwa der Ez-Chajim-Jeschiwa in Jerusalem. Er war der Schwiegervater von Rabbi   Aharon Kotler.  Er schrieb ein umfassendes Werk – Ewen Ha’asel – zur Mischne Tora des Rambam (7 Bänder) und Anmerkungen zu den Erklärungen des Ramban zum Talmud.
  • Rav Elijahu Elieser Dessler (18921953) Homel (Russland), Kelm (Litauen), London,  Gateshead (GB), Benej Berak, (Israel).  War ein Rabbiner, Talmud-Gelehrter und jüdischer Philosoph. Er spielte eine bedeutende Rolle innerhalb der Mussar-Bewegung. Am Ende seines Lebens war er Maschgiach (geistiger Leiter) der Ponewischer Jeschiwa in Benej Berak. Verfasser des bekannten Werkes  Michtaw meElijahu.
  • Rav Jizchak Hutner (1907 – 1980): Rosch Jeschiwah der Jeschiwah Mesifta Chajim Berlin in New York.
  • Rav Schlomo Wolbe 1914 – 2005); Berlin, Frankfurt, Schweden, Petach Tikva, Jeruschalajim   Er ist vor allem als Autor des Werkes Alej Schur bekannt, einem Mussar-Klassiker, der das Dimensionswachstum in Bezug auf Schüler des Talmud behandelt. 
    Schlomo (August Wilhelm) Wolbe wurde in Berlin als Sohn von Eugen Wolbe geboren. Er wuchs in einem säkularen jüdischen Elternhaus auf und erhielt seine Ausbildung an der Universität Berlin (1930–1933). Während seines Studiums wurde er durch die Bemühungen der orthodoxen Studentenvereinigung V.A.D. (Vereinigung jüdischer Akademiker in Deutschland) zum Ba’al Teschuva. Nach dem Studium besuchte er das Hildesheimer Rabbinerseminar und die Jeschiwa von Rabbiner Joseph Breuer in Frankfurt. Er studierte weiter an der Jeschiwa von Rav Botschko in Montreux in der Schweiz. Anschließend besuchte er die Mirer Jeschiwa in Polen, wo er Schüler des Maschgiach Ruchani, Rav Jerucham Levovitz und in gewissem Masse von Rav Jecheskel Lewenstein wurde.
    Während seines Aufenthalts in Mir befreundete sich Rav Wolbe mit einem jungen Mann aus Stockholm, Schweden, Bert Lehmann, Sohn von Hans (Chajim) Lehmann an. Während des Zweiten Weltkriegs war Rav Wolbe, der deutscher Staatsbürger war, von der Deportation bedroht und konnte der Mirer-Jeschiwa nicht nach Russland folgen. Hans Lehmann lud Rav Wolbe ein, bei seiner Familie zu bleiben und der jüdische Lehrer für seine Söhne zu sein. So konnte Rav Wolbe die Kriegsjahre im neutralen Schweden verbringen. Während er in Schweden war, arbeitete er dort als Rabbiner. Am Ende des Krieges gründete er in Lidingö eine Mädchenschule für Flüchtlinge. Dort verfasste er Broschüren über das Judentum auf Schwedisch und Deutsch.
    Im Jahr 1946 zog Rav Wolbe in das Mandatsgebiet Palästina und studierte an der Jeschivat Lomsa in Petach Tikva. Anschliessend heiratete er Rivka Grodzinski, die Tochter von Rabbi Avraham Grodzinski von der Slabodka-Jeschiwa. Dadurch wurde er ein Schwager von Hagaon Rabbi Chajim Kreiswirth aus Belgien. Rav Wolbe setzte sein Studium am Kollel Torat Erez Jisrael in Petach Tikva bei Rabbi Jitzchok Katz fort. 1948 übernahm Rav Wolbe eine kleine Jeschiwa, die zu einer Jugendorganisation namens Esra gehörte. Zwei Jahre später schloss sich ihm Rabbi Mosche Schmuel Shapiro von Brisk an. Die Jeschiwa befand sich in der kleinen Stadt Be’er Ja’akov und wurde als Be’er Ja’akov Jeschiva  bekannt. Rav Shapiro wurde Rosch Jeschiva und Rav Wolbe zum Mashgiach Ruchani. Mehr als 30 Jahre lang, bis 1981, diente Rav Wolbe als Menahel Ruchani von der Jeshivat Be’er Ja’akov.
    Später diente er als Maschgiach in der Lakewood Jeschiva in Juruschalajim, bevor er die Jeschivat Givat Schaul eröffnete, ein Haus der Gelehrsamkeit, das sich auf Mussar spezialisierte. In diesen Jahren nach 1981 hielt Rav Wolbe Mussar-Vorträge in verschiedenen Jeschiwot sowie in kleinen Gruppen. Er schuf viele “Mussar-Häuser”. 

______________________________________________________________________________

Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

______________________________________________________________________________

Copyright © 2024 by Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Zusätzliche Artikel und Online-Schiurim finden Sie auf: www.juefo.ch und www.juefo.com

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Das Jüdische Informationszentrum („Jüfo“) in Zürich erreichen Sie per E-Mail: info@juefo.com für Fragen zu diesen Artikeln und zu Ihrem Judentum.

Wir benötigen Ihre Hilfe

Der Verein Lema’an Achai ist eine non-profitable Organisation. Unsere Einnahmen rekrutieren sich ausschliesslich von Sponsoren. Deshalb sind wir um jede Spende dankbar.

Weitere verwandete Artikel

Accessibility