Tischrej
/Paraschat Bereschit

Warnung

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Raw Ciner zu Parschat Ha'asinu 5764

Halte den Atem an, wenn Grenzen neu gezogen werden

Die Torah sagt: „Gedenke doch der Tage der Vorzeit, betrachtet der Generationen Jahre. Frag’ deinen Vater und er wird es dir verkünden; die Alten, und sie werden es dir erzählen.“ [Dewarim 32:7] Raschi verwendet für seine Erklärung nicht die einfache Übersetzung. Raschi legt diesen Pasuk (Vers) als Warnung aus: „Schau, was mit anderen Völkern, die vor euch bestanden, geschah, als sie Mich erzürnten.“ „Betrachtet der Generationen Jahre“ bezieht sich auf die Zeit von Enosch, der von Haschem mit den Wassern des Ozeans überschüttet wurde und die Zeit (der Menschen) der Sintflut, die von Haschem ertränkt worden waren.

Der nächste Pasuk fährt fort: „Wenn der Höchste den Nationen zuwies ihr Erbe, als Er schied die Menschenkinder, bestimmte Er der Völker Länder gemäss der Zahl der Kinder Israels“ [32:8]. Raschi erklärt diesen Pasuk gleichermassen: „…“ bezieht sich auf den Dor Haflaga (Generation der Zerstreuung nach dem Turmbau zu Bavel). Das stösst denjenigen zu, die Haschem erzürnen.

Es gibt jedoch eine alte Überlieferung, dass „Schriftverse (Pesukim) ihre einfache Bedeutung beibehalten“ [Schabbat 63a; Jewamot 11b; 24a]. An einigen Orten weist Raschi darauf hin, dass die einfache Bedeutung eines Pasuks bestehen bleibt, auch wenn es mancherorts eine übertragene Erklärung gibt. Die einfache Bedeutung der erwähnten Pesukim ist eine Aufforderung an uns, die Geschichte zu verstehen und daraus unsere Lehren zu ziehen.

Es gibt eine jüdische Glaubenslehre, dass Haschem nicht nur der Schöpfer von Himmel und Erde, sondern auch der G’tt der Weltgeschichte ist. Die geschichtlichen Ereignisse, deren Zeugen wir sind, sind die Hilfsmittel mit denen G’tt Seine Welt ununterbrochen lenkt. In einfachen Worten: Diese Pesukim lehren uns folgendes: Wenn Haschem auf der Welt Grenzen zieht, geschieht dies im Grunde nur wegen den Kindern Israels. Gemäss der einfachen Lesart der Pesukim ereignen sich die verschiedenen Kriege und Konflikte der Welt sowie alle Änderungen der Grenzziehung nur wegen ihrem Einfluss auf die Jüdische Nation.

In den Schriften von Rav Elchonon Wassermann (der zu Beginn des 2. Weltkriegs von den Nazis ermordet wurde) finden wir folgenden Abschnitt: „Die Torah gab uns einen wichtigen Schlüssel um die Achse, um die sich alle geschichtlichen Ereignisse drehen, zu verstehen: Dewarim 32:8 (der obenerwähnte Pasuk). Haschem legt die Grenzen der Nationen fest und veranlasst, dass Völker wegen den Juden Länder erben. Die Geschichte dreht sich um die Juden. „Denn G’ttes Anteil ist sein Volk, denn Ja’akov fiel ihm als Erbteil zu.“ [32:9]

Rav Elchonon fährt fort (er bezieht sich auf den Versailler Friedensvertrag, der den 1. Weltkrieg beendete): „Als die Karte von Europa in Versailles geschaffen wurde, waren die Grenzen im Himmel bereits gezogen.“ Manchmal brauchen wir Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte, um alle Puzzlestücke zusammenzusetzen. Manchmal scheinen die Vorgänge nichts mit dem jüdischen Volk zu tun zu haben. Aber die wichtige Geschichtslektion dieser Woche, die wir den ersten Pesukim dieser Parscha entnehmen können, lautet: Wenn Haschem die Grenzen der Völker zieht, geht es um die Kinder Israels.

Vor nicht allzu langer Zeit (1993) vernahm ich, dass die Leute von MacMillan und Company (ein Landkarten-Verlag) in diesen Tagen eine schwierige Zeit haben. Wir meinen, wir haben schwierige Berufe! Stellen Sie sich die Arbeit der Kartographen vor; sie erlebten einige überaus turbulente Jahre. Sie hatten soeben erst ihren Weltatlas, auf dem Ost- und Westdeutschland aufgezeichnet waren, fertiggestellt. Bonn und Berlin waren die zugehörigen Hauptstädte. Plötzlich mussten sie ihre Karte neu drucken. Gesagt, getan. Nun meinten sie, alles sei erledigt. Da zerfiel Jugoslawien plötzlich in Serbien, Kroatien und andere Staaten, deren Namen wir nicht einmal richtig aussprechen können! Wenn wir über Landkarten reden oder Grenzen diskutieren, dann sprechen wir schlussendlich über Klal Israel.

Wir müssen nicht besonders hellhörig sein, um das historische Ausmass des Zusammenbruchs der Sovietunion wahrzunehmen. Die Kartographen wissen nicht, ob sie jetzt 15 oder 12 Republiken zeichnen sollen. Wir fragen uns: Macht es einen Unterschied, ob Aserbeidschan sich jetzt entscheidet, unabhängig zu werden oder nicht. Was bedeuten alle diese Veränderungen?

Das ist die Lehre der Geschichte, die wir nie vergessen sollten: Diese Ereignisse, die Ziehung von Landesgrenzen, hat seine Auswirkungen auf Klal Israel.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs entschied sich dass Ottomanische Reich für die falsche Seite und verbündete sich mit den Deutschen. Ein zeitgenössischer Beobachter hätte schon sehr scharfsinnig sein müssen, um zu erkennen, dass dieser Entscheid schwerwiegende Auswirkungen auf die jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts haben würde. Wir hätten uns wohl gedacht: „Was soll’s? Was ist der Unterschied?“ Aber dieser eine Entscheid, zusammen mit der Tatsache, dass ein kleiner Landstrich namens „Palästina“ damals von den ottomanischen Türken beherrscht wurde, hatte weitreichende Folgen.

Nachdem Deutschland und das Ottomanische Reich den 1. Weltkrieg verloren hatten, wurden ihre Besitzungen zerstückelt. Das Ottomanische Reich hatte auf das falsche Pferd gesetzt. Die Konsequenz war der Untergang dieses Weltreiches. Der kleine Landstrich, genannt „Palästina“ wurde ein Britisches Protektorat. Nicht lange später erschien ein Dokument, das Balfour-Deklaration hiess. Wer hätte wohl gedacht, dass der Fehlentscheid der ottomanischen Türken dazu führen würde, dass die Juden eine unabhängige Heimstätte im Lande Israel erhalten würden?

Wenn sich die Weltkarte ändert, müssen wir den Atem anhalten. Das betrifft uns. Wir sind im Mittelpunkt, auf welche Art auch immer. Manchmal ist es zu unseren Gunsten; manchmal, G’tt behüte, zu unserem Schlechten. Immer sind wir jedoch im Zentrum des Geschehens, weil „Ja’akov Chevel Nachalot“ („Ja’akov fiel ihm als Erbteil zu“). Wir sind die Schützlinge des Herrn der Welt.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); "Vater aller Torahkommentare".
Rav Elchonon Wassermann (1875 – 1941): Rosch Jeschiva in Brisk und Baranowitsch, Litauen. Er wurde im 2. Weltkrieg von den Nazis ermordet.



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