Raw Frand zu Parschat Ki Tawo 5767 (Beitrag 2)

Verhalten am Purim könnte mehr aussagen als Verhalten zu Ne’ilah

Die Parschiot die wir momentan lesen -- Ki Tawo, Nizawim und Wajelech schildern die Begebnisse während der letzten Tage des Lebens von Mosche Rabbenu. Gegen das Ende der Parscha steht im Pasuk, "Mosche rief zusammen alle von Israel und sagte zu ihnen: 'Ihr habt alles gesehen, das Haschem euch tat vor euren Augen im Lande Ägypten, Pharaoh und all seinen Dienern und seinem ganzen Land – die grossen Versuchungen, die eure Augen sahen, jene grossen Zeichen und Wunder.'" [Dewarim 29:1-2] Darauf folgt ein erstaunlicher Pasuk: "Und Haschem hat euch nicht gegeben ein Herz um zu verstehen und Augen zu sehen und Ohren zu hören bis zum heutigen Tag." [Dewarim 29:3]

Auf was bezieht sich Mosche hier? Was ist diese fehlende Weisheit und dieser Mangel an Verstehen, das den Bne Israel fehlte "bis zum heutigen Tag"?

Raschi erklärt, an diesem Tag schrieb Mosche Rabbenu eine Sefer Torah und gab sie dem Stamm Lewi. Abgesandte aller anderen Stämme erschienen vor ihm und protestierten: "Auch wir waren beim Sinai zugegen. Auch wir akzeptierten die Torah. Auch wir verdienen ein eigenes Exemplar der Sefer Torah. Weshalb lässt du deinen Stamm der Besitzer der Torah sein? Vielleicht werden sie eines Tages abstreiten, dass die Torah auch uns gegeben wurde."

Raschi bemerkt, dass sich Mosche über diese Reaktion freute. Er sagte dazu, "Heute seid ihr eine Nation geworden." Heute erkenne ich, dass ihr begierig seid, euch dem Allmächtigen anzuschliessen.

Raw Baruch Esrachi hat ein Problem mit dieser Raschi. Die Forderung der anderen Stämme ist eigentlich eine lächerliche Forderung. Sie ist kindisch. Sie erinnert uns an Reklamationen von Jugendlichen, die auf ihre Geschwister eifersüchtig sind: "Wir wollen das gleiche, das Lewi hat!" Es war lächerlich, anzunehmen, dass Lewi eines Tages abstreiten würde, dass auch die anderen Stämme die Torah erhalten hatten. Es war irrational!

Weshalb freute sich dann Mosche Rabbenu? Weshalb reagierte Mosche auf diese Forderung mit "Heute weiss ich, dass Ihr euch dem Allmächtigen anschliessen wollt?" Was bedeutet das?

Raw Esrachi erklärt, wenn wir eine Person wirklich einschätzen wollen, sollten wir ihn nicht bei Ne’ilah (Ende von Jom Kippur) beobachten. Viel eher sollten wir schauen, wie er sich benimmt, wenn er am Purim betrunken ist. Wenn sich Menschen am Purim betrinken, dann sagen sie manchmal lächerliche, irrsinnige Dinge. Und wenn ein Mensch einmal nicht aufpasst, dann wird aus seinen kindischen Reaktionen manchmal die wahre Person sichtbar. Die Tatsache, dass Klal Jisrael so beleidigt waren und so besorgt, dass "sie eine Torah bekamen und wir keine Torah bekamen“, sagt etwas über sie aus. Dies war keine vorbereitete Bemerkung. Dies war nichts, dass sie eingeübt hatten. Es war eine instinktive Reaktion, ihr Wesen war es, das aus ihnen sprach. Es war nichts Eingeübtes, es war ungeschliffen, nicht beschönigend, undiplomatisch. Dieser kindische Ausruf von "auch ich!" sprach Bände.

Natürlich war dies eine lächerliche Forderung. Doch, die Tatsache, dass es sie derart störte, gab Mosche den besten Hinweis dafür, dass die Stämme tief innen Nähe zur Torah und zum Ribbono schel Olam suchten. Und als Mosche dies sah, da frohlockte er.



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