Tamus
/Paraschat Balak

Rav Frand zu Paraschat Korach 5779 – Beitrag 3

 Die Symbolik der Mandeln

Gegen Ende der Parascha hören wir von einer Episode, in der Mosche von den Anführern jedes Stammes Stäbe einsammelt, um erkennen zu lassen, welcher Anführer von G’tt zum Hohepriester erwählt wurde. „Und so sei es: Der Mann, den ich erwähle, dessen Stab wird blühen. So werde ich die murrenden Klagen der Kinder Israels, die sie gegen euch erheben, abweisend zum Schweigen bringen.“  [Bamidbar 17:20]

„Am anderen Tage ging Mosche in das Gesetzeszelt, und siehe, der Stab Aharons, der vom Stamme Levi, blühte; er hatte Knospen hervorgebracht und Blüten getrieben und trug nun Mandeln.“ [Bamidbar 17:23] Die Chumasch-Erklärer sind über Mandeln als Symbol erstaunt. Wieso wachsen auf Aharons Stab von allen Früchten gerade Mandeln?

Ich habe dazu von Rav Schlomo Salman HaKohen Kook folgende Erklärung gefunden:

Im Talmudtraktat Berachot finden wir eine Diskussion, ob der richtige Segensspruch über Bittermandel „Schehakol“ oder „Borej Peri ha’Etz“ ist. Die Rischonim erklären, dass es zwei Arten von Mandeln gibt. Es gibt gewisse Mandeln, die süss sind, wenn sie noch klein sind und die Reifung erst angefangen hat. Die gleichen Mandeln werden jedoch bitter, wenn man sie am Baum zur vollen Reife kommen lässt. Bei einer anderen Sorte Mandeln verhält es sich genau umgekehrt. Wenn sie zu reifen beginnen, sind sie bitter; andererseits werden sie süss, wenn sie voll ausgereift sind.

Diese zwei Arten versinnbildlichen den Unterschied zwischen Machloket und Schalom (Frieden). Es tönt vielleicht etwas unglücklich, aber zu Beginn bewirkt Machloket eine gewisse Erregung („Geschmack“!). Wenn es jedoch weitergeht und immer mehr Menschen hineingezogen und immer mehr Menschen verletzt werden, wird die Machloket ausserordentlich bitter. Das ist das Ende von jeder Machloket: Jedermann ist verletzt. Machloket kann mit denjenigen Mandeln verglichen werden, welche süss beginnen und bitter enden.

Schalom andererseits ist genau das Gegenteil. Friede zwischen zwei Streitparteien herzustellen ist ausserordentlich schwierig. Beide Seiten müssen Entgegenkommen zeigen und das Kriegsbeil begraben. Zu Beginn ist dies überhaupt keine leichte Sache. Es ist schwer, „es tut mir leid“ zu sagen. Es ist schwierig, schlecht Empfundenes zu vergeben. Es ist bitter. Wenn der Frieden jedoch einmal hergestellt ist, erscheinen die Dinge schlussendlich in einem freundlichen Licht. Es ist süss.

Das ist die Bedeutung der Mandeln auf Aharon’s Stab. Es gibt zwei Sorten. Die eine beginnt süss und endet bitter und versinnbildlicht auf diese Weise die Eigenheit jeder Streitigkeit. Friede wird durch die andere Sorte Mandeln versinnbildlicht, die Sorte, die am Anfang zwar sehr bitter ist, aber am Schluss sehr süsse Früchte hervorbringt.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Rischonim („die ersten“): Torahgelehrte zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert.
  • Rav Schlomo Salman HaKohen Kook: Rabbiner im späten 19. Jahrhundert in Litauen

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Die Bearbeitung der Gedanken dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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