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/Paraschat Re'eh

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Raw Frand zu Parschat Emor 5767

Weshalb kümmerte sich das Mischkan nicht um Behinderte?

Parschat Emor behandelt die Gesetze der Kohanim –- wen sie heiraten dürfen, wann sie sich an einer Leiche „metame“ sein dürfen (verunreinigen dürfen), und so weiter. Wir finden auch das Gesetz, dass ein Kohen mit einem körperlichen Makel „nicht näher treten darf, um das Essen (Opfer) seines G'ttes darzubringen.“ [Wajikra 21:17]

Die Pesukim zählen genau die körperlichen Makel und Behinderungen auf, die es einem Kohen verbieten, die Awodah (Himmlischen Dienst) durchzuführen: „Denn jeder Mann, der einen Makel hat, soll nicht näher treten, ein Mann, der blind ist oder lahm, oder dessen Nase keinen Rücken hat oder der ein Glied hat, länger als das andere...“ [Wajikra 21:18]. Allerdings beginnt der Pasuk 18, worin die dienstunfähig machenden Merkmale aufgezählt sind, mit einer offensichtlichen Überflüssigkeit.

Am Schluss des Pasuk 17 steht: „Jeder Mann... der einen Makel hat, soll nicht näher treten, um das Essen seines G'ttes darzubringen.“ Weshalb wiederholt die Torah dann zu Beginn des Pasuk 18; „Denn jeder Mann, der einen Makel hat, darf nicht näher treten“? Normalerweise, folgt auf das Wort „ki – denn“ eine Begründung, doch in diesem Fall, wird kein Grund angeboten. Es ist, als ob die Torah schriebe: „Ein Kohen kann keine Awodah tun, denn er kann keine Awodah tun.“

Dies tönt beinahe wie eine Diskussion, die wir mit unseren Kindern haben könnten: „Du darfst nicht dorthin gehen.“ „Weshalb nicht?“ „Weil du nicht darfst.“ Das Kind wird sicher antworten, „Das ist kein Grund!“ Das gleiche gilt auch hier. „Denn (ki) jeder Mann, der einen Makel hat, soll nicht näher treten“ ist NICHT ein Grund!

Und noch ein Problem existiert hier mit den priesterlichen Makeln. In der heutigen Zeit ist es sehr schwer diese Pesukim zu verstehen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es gesetzlich verboten ist, einen Menschen wegen seiner Behinderung zu diskriminieren. Bauten müssen nach bestimmten Richtlinien konzipiert werden, um diesem Gesetz zu entsprechen. In Amerika darf man keine Gebäude mit Treppen bauen. Wenn man dies dennoch tut, muss man auch alternative Zugangsmöglichkeiten, wie Rampen für Behinderte bauen. Dies ist eine sehr noble Sache. Nur weil ein Mensch eine Behinderung hat, ist er nicht weniger wichtig, als ein Mensch, der alle seine Glieder und deren Funktionen besitzt.

Die Torah – „deren Wege angenehm sind und voller Frieden“ – scheint mit diesen Bestimmungen nicht überein zu stimmen. Wir akzeptieren grundsätzlich, dass niemand fairer ist, als Haschem, nicht einmal die Regierung oder ihre Bestimmungen. Und trotzdem sorgt sich diese um behinderte Menschen, während die Torah scheinbar diese bei den Kohanim diskriminiert. Wie können wir dies verstehen? Was hat die Torah gegen Menschen, die leider behindert sind?

Raw Elja Meir Bloch, in seinem Sefer auf Chumasch, schlägt die folgende Erklärung vor: Haschem würde nie, G'tt behüte, behinderte Leute diskriminieren. Ein behinderter Mensch ist uns gleich wichtig und teuer wie jeder andere Mensch. Das Problem ist nicht Haschem, das Problem sind wir!
Dies bedeutet das Folgende: Die Regierung kann Gesetze erlassen, doch Menschen bleiben Menschen. Menschen werden durch ihre Umgebung stark beeinflusst. Wenn ein Mensch in den Augen der anderen Gefallen finden will, und einen Anwalt anstellt, um einen Fall für ihn zu führen, wird er nicht einen Menschen suchen, dessen Schuhe nicht geputzt sind, dessen Hemd nicht in seiner Hose steckt und dessen Krawatte falsch geknotet ist. Niemand würde einen solchen Menschen bitten, seinen Gerichtsfall zu führen.

Sicher wird der Mensch einen Anwalt anstellen, der zu einem CHF 1'000 Anzug eine italienische Krawatte trägt, die CHF 300 gekostet hat, und einem massgeschneiderten Hemd, weil Leute auf wohl gekleidete und gut aussehende Menschen aufmerksam werden. Nehmt als Beispiel den Senat der USA.

Der typische Senator ist 1.85 m hoch, wiegt 100kg und in guter athletischer Form. Er hat alle seine Haare. Er sieht nicht aus, wie die meisten von uns, sicher nicht wie ich. Weshalb ist dies? Weil Menschen schätzen müssen, wie er aussieht. „Dies ist mein Repräsentant. Ich will, dass er würdig aussieht.“
Da „Menschen Menschen sind“, sagt uns die Torah zuerst, dass Haschem keine Kohanim mit Makel will, um die Awodah auszuführen. Dann erklärt die Torah, weshalb nicht: „Weil jeder Mann mit einem Makel nicht dienen kann“ – „nicht aus Rücksicht auf mich, sondern weil ihr es nicht aushalten könnt.“

Als ein Resultat der oben erwähnten menschlichen Charaktereigenschaft, wird die Awodah anders angeschaut werden, wenn nur die besten und angesehensten Menschen in den Himmlischen Dienst involviert sind. Wenn alle Kohanim, egal, was ihr Aussehen oder ihre Behinderung sind, „dienen“ dürften, dann würde sich die Einstellung der Menschen zu der Awodah zum Schlechten ändern.

Es steht über die Torah, „Sie ist nicht im Himmel“ [Deworim 30:12]. Es ist eine Torah über Leben – für Menschen. Torah ist nicht ein hochfliegendes esoterisches Leben, das nur für bestimmte noble Menschen bestimmt ist. Es ist für alle Menschen bestimmt. Menschen sind Menschen und es ist schwierig, sie zu ändern. Sie sind durch die physische Welt beeinflusst, in welcher etwas, das kein Faktor sein dürfte, trotzdem einer ist – das körperliche Aussehen eines Menschen.

Haschem diskriminiert NICHT die Menschen, die eine Behinderung haben. Doch ER weiss, dass die Menschen dies ja tun werden, wenigstens unbewusst. ER besteht darauf, dass die Awodah in einer Art durchgeführt wird, dass Menschen sie mit der Achtung und dem Respekt anschauen werden, die sie verdient.



Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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