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Dank aus der Sicht des Empfängers - Raw Frand zu Paraschat Pekudej 5780 

Dank aus der Sicht des Empfängers

Im Vers steht: „Wajewarech otam Mosche“ („und Mosche segnete sie“) [Schemot 39:43]. Mosche segnete das Volk als er feststellte, dass das Mischkan (Stiftzelt) dem g’ttlichen Auftrag gemäss, vollendet worden war. Der Midrasch bemerkt dazu, dass dies die Quelle für den Brauch ist, Menschen, welche eine Aufgabe erfolgreich erfüllt haben, mit dem Kompliment „Jejascher Kochacha“ („sei gesegnet“) zu danken. Das jüdische Volk hatte alles getan, was ihnen geboten worden war; deshalb entbot Mosche ihnen ein „Danke schön“.

Der Rejscher Rav frägt, wieso sie denn Komplimente verdient haben. Dieses Werk war für sie keineswegs freiwillig. Sie erfüllten nur, was G’tt ihnen aufgetragen hatte. Sie hatten gar keine Wahl! Die Einzelheit der Konstruktion des Mischkans waren bis ins letzte Detail vorgegeben! Nicht nur das, sondern noch viel mehr, es war ja eine Sühne für sie, für die Sünde des goldenen Kalbes.

Dies lehrt uns ein grundlegendes Prinzip zu „Hakarat HaTov“ (Anerkennung einer Dankesschuld). Ein Mensch hat die Pflicht, „Danke“ und „Jejascher Kochacha“ zu sagen, wenn er etwas bekommt. Es macht keinen Unterschied, dass derjenige, der etwas gab oder etwas ausführte, keine andere Wahl hatte und einzig seine Pflicht erfüllte.

Die Mischna in Traktat Schewi’it [4:2] sagt folgendes: Obwohl die Armen im siebten Jahr (dem „Schmitta-Jahr“) Anrecht auf die herrenlosen Früchte hatten, gingen sie trotzdem zum Besitzer des Fruchthains und sagten ihm „danke“. Sie dankten dem Besitzer, obwohl der Besitzer keine Wahl hatte und den Armen die Früchte dieses Hains während diesem Jahr überlassen musste.

Der Rascha’sch bemerkt, dass diese Mischna die Quelle für den weitverbreiteten Brauch bildet, dass die Gemeindemitglieder den Kohanim (Priester) für ihren Segen danken, wenn sie nach dessen Erteilung vom Podium heruntersteigen.

Der Rascha’sch weist darauf hin, dass auch der Kohen kaum eine Wahl hat. Falls er den Segen nicht erteilt, unterlässt er ein positives Gebot der Torah. „Wieso muss ich ihm danken, wenn er nur seine Pflicht erfüllt?“ Gemäss dem Rascha’sch leiten wir dies aus dieser Mischna in Schewi’it ab. Die Umstände, welche den Geber dazu veranlassen, mich mit einer Sache zu versorgen, verkleinern meine Verpflichtung, ihm zu danken um kein Jota. Dank abstatten hängt nicht davon ab, was jemand gibt. Es hängt davon ab, was man bekommt.

Das ist die jüdische Sicht der Danksagung.

Quellen und Persönlichkeiten:

 

Rav Aaron Levine [Reischer Rav] (ca. 1880 - 1941): Autor des Werkes “HaDrasch weha’Ijun”, Führer der Agudas Jisroel und Parlamentsabgeordneter; Rabbiner in Rejscha, Polen.

Rav Schmuel Straschun (1794-1872); bekannt als Raschasch (Akronym seines Namens). Grosser Talmudgelehrter, seine Anmerkungen zum Talmud und Midrasch sind sehr populär. Wilna, Litauen. 

 

Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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