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Paraschat Wajischlach

 

 

 

  

 

 

 

Raw Frand zu Parschat Ki Tissa 5765 (Beitrag 2)

Der Ramban sagt, dass es sich nicht um richtigen Götzendienst handelte, der hier ausgeführt wurde; die Juden wollten einfach einen Mittelsmann, weil sie dachten, Mosche sei gestorben. Trotzdem war dies eine schreckliche Sünde.

Die Torah versucht uns zu sagen, dass diese Geschehnisse einem steuerlosen Güterzug glichen. Die Ereignisse waren ausser Kontrolle geraten. Mosche kam spät zurück. Der Satan erfasste die Gelegenheit. Er machte, wie Raschi es nennt, ein Bild vom „Durcheinander in der Welt“. Die Menschen schrien nach einem Mittelsmann. Chur erhob sich und versuchte sie aufzuhalten. Die Menschen töteten Chur. Die Ereignisse gerieten ausser Kontrolle. Es glich einer Lawine, die den Berg herunterzurollen kam. Unaufhaltsam.

Aron, der um sein Leben fürchtete, als er sah, was mit Chur geschehen war, machte mit den Menschen mit und versuchte zu bremsen und zu mässigen. Aber auch er wurde von der unaufhaltsamen Lawine mitgerissen.

Plötzlich kam Mosche vom Berg hinunter. Er erhob seine Hände, als ob er sagen wollte: „Halt!“ Einen Moment später kam die ganze Sache zum Stillstand.

Was war geschehen? Wie war es möglich, diese unaufhaltsame Lawine in einem Sekundenbruchteil aufzuhalten?

Der Beit Av macht folgende Beobachtung: Das ist die Kraft der Wahrheit. Die Sünde des Volkes stützte sich auf Falschheit, auf eine falsche Annahme, auf eine wertlose Vorspiegelung des Satans. Sobald die Wahrheit zum Vorschein kam, war es, als ob man in einem dunklen Zimmer das Licht einschaltete. Die Dunkelheit verlor sich augenblicklich. Mit solcher Kraft vermag die Wahrheit Falschheit zu vertreiben.

Scheker (Falschheit) wird durch den lauteren Emet (Wahrheit) augenblicklich gestoppt.

Dies ist für uns eine gewaltige ethische Lehre: Tausende von Jahre sehnen wir uns schon nach dem Moschiach und beten wir für ihn. Wir sagen: „Wenn Moschiach kommt, wird jedes Geschöpf erkennen, dass Du es erschaffen hast …“

Wir fragen uns: Wie wird sich die Welt zu Moschiachs Zeiten verändern? Wie kann es sein, dass alle Menschen plötzlich die zentrale Wichtigkeit des jüdischen Volkes für das ganze Universum erkennen? Wie kann es sein, dass alle religiösen Führer der anderen Religionen plötzlich sagen: „Ihr habt recht, es gibt nur einen G’tt; alles andere ist nur Scheker“? Wie kann sich so ein Szenario plötzlich abspielen?

Diese Parscha zeigt, wie alles sein wird. Wenn Falschheit auf Wahrheit trifft, schmilzt die Falschheit weg. Wenn die Wahrheit des Moschiach bekannt wird, wird sich die ganze Welt vollkommen ändern.

Die folgende Geschichte ereignete sich 1992. Rav Pam kam nach Baltimore, um Rabbi Binjomin Steinberg zu besuchen, der sehr krank war. Rabbi Steinberg war ein Schüler von Rav Pam und viele Jahre lang der Menahel (Rektor) der Bejt Ja’akov High School von Baltimore. Rabbi Steinberg war zudem ein hervorragender Lehrer für jüdische Geschichte und zeitgenössische Ereignisse. Ich war bei diesem Gespräch nicht dabei. Aber Rabbi Steinberg hatte die Gelegenheit mit seinem Rosch Jeschiwa zu reden und ihm die Frage zu stellen, die jedermann auf dem Herzen lag: Was geht auf dieser Welt vor?

Die Welt, wie sie kurz vor Pessach 5752 (1992) aussieht, ist eine andere wie diejenige sechs Monate früher an Sukkot 5752 (1991)! Vor Sukkot gab es in Russland eine kommunistische Regierung, die Welt funktionierte, wie sie „immer“ funktioniert hatte, es gab zwei deutsche Staaten, alles war „normal“. Kaum sechs Monate später ist alles anders. Was bedeutet das? Wieso geschieht dies alles?

Auf seine ihm eigene Weise zuckte Rav Pam mit den Schultern und sagte: „Ich weiss nicht.“ Aber einen Hinweis gab er. G’tt will uns zeigen: „Schaut! So wird es sein!“

Falls jemand zweifelt, wie Moschiach alles umstülpen kann, wie die Menschen ihre alten Glaubenssätze überraschend aufgeben und ausrufen können, dass G’tt wahr ist und das jüdische Volk Seine auserwählte Nation, wie alle anderen Glaubensrichtungen einlenken werden; falls jemand sich sagt: „Das kann nicht wahr sein; wie kann sich alles über Nacht ändern?“: Genau das hat G’tt in diesen sechs Monaten getan. Die Welt hat sich fast über Nacht grundlegend verändert. Das ist für uns ein Vorgeschmack.

Dies ist auch die Lehre unserer Parscha. Scheker kann vom Emet weggefegt werden. Mosche bremste das Goldene Kalb in einem Sekundenbruchteil. So wird es auch der Moschiach tun – möge es bald sein in unseren Tagen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); "Vater aller Torahkommentare".
Ramban (1194 -1270) [Rabbi Mosche ben Nachman]: einer der führenden Toragelehrten des Mittelalters; Gerona, Spanien, Jerusalem.
Beit Av: Buch von Rav Eljakim Schlesinger: Zeitgenössischer Rosch Jeschiwa in London.
Rav Avraham Pam (1913 - 2001): Führender Gelehrter; Rosch Jeschiwa; Brooklyn, New York.



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