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/Paraschat Re'eh

Raw Frand zu Parschat Tezawe 5772

Wenn jemand sagt "Sorg dich nicht darüber", dann ist es Zeit, sich Sorgen zu machen

Diese Parscha beinhaltet die Mizwa des Anzündens der Menora (Leuchter) im Mischkan: "Du sollst den Kindern Israels befehlen, dass sie dir, reines, gepresstes Olivenöl für die Beleuchtung nehmen sollen, um ein ständiges Licht anzünden zu können." [Schemot 27:20]

Die Gemara [Traktat Schabbat 22] wirft die offensichtliche Frage auf: Weshalb trägt uns der Allmächtige auf, eine Menora im Mischkan/Mikdasch zu haben? Braucht Er denn das Licht? Schliesslich wurden die Jehudim während der vierzigjährigen Wanderung in der Wüste durch Sein Licht geführt. Er braucht sicherlich nicht unser Licht. Das Licht der Menorah symbolisiert die Tatsache, dass Haschems Präsenz in der Mitte des jüdischen Volkes weilt; indem dass das „Ner Ma’arawi – das Licht im Westen“ – nachdem am Morgen alle übrigen Lichter ausgegangen waren – den ganzen Tag weiter brannte. So behandelt der Talmud diese Frage.

Der Midrasch Rabba hat jedoch einen anderen Zugang zu diesem Thema. Der Midrasch stört sich an derselben Frage. Er legt sozusagen folgende Worte in den Mund des Allmächtigen: "Ich brauche das Licht nicht, doch lasst sie für Mich ein Licht bereitstellen, wie auch Ich für sie ein Licht bereitgestellt habe. Wie es steht: [Schemot 13:21] "Und Haschem ging vor ihnen am Tag in einer Wolkensäule... und des Nachts in einer Feuersäule…'" Der Midrasch erklärt, als die Jehudim diese Mizwa erhielten (die Menora anzuzünden), fragten sie Mosche Rabbejnu - 'Weshalb braucht haKadosh Baruch Hu unser Licht?' Mosche antwortete, dass dies die Gelegenheit ist, Haschem sozusagen zurückzuzahlen. "Lass sie für Mich ein Licht bereitstellen, wie auch Ich für sie ein Licht bereitgestellt habe."

Dieser Chasal gibt uns einen Einblick, wie sich Menschen benehmen. Wenn Re’uwen Schimon einen Gefallen tut, so wird Schimon "Danke vielmals" sagen. Re’uwens Antwort wird sein "Es ist in Ordnung, es war nichts. Du musst nicht einmal ‚Danke‘ sagen. Sorg‘ dich nicht darüber!" Was denken wir über Re’uwen? Wir denken, "Er ist wirklich nett! Ein Zaddik!“

Raw Jeruchem Leboviz sz"l, der Mirer Maschgiach, sagt, dass Re’uwen kein solcher Zaddik ist. Er hat eigennützige Beweggründe. Solange Schimon das Gefühl hat, dass er Re’uwen nicht für den Gefallen zurückzahlen kann, schuldet er ihm was. Es gibt Menschen, die es gerne haben, wenn andere ihnen was schulden. Tief drinnen will Re’uwen nicht, dass Schimon denkt, er kann den Gefallen zurückzahlen, egal was Schimon zu Re’uwen sagt oder für ihn tut.

Die Tatsache, dass der Ribono Schel Olam (Herr der Welt) – dem der Klal Jisrael wirklich viel schuldete – ihnen die Möglichkeit gab, Ihm einen Gefallen zu tun, sozusagen, es Ihm zurückzuzahlen, für den Gefallen, den Er ihnen tat, zeigt, dass Haschem nicht will, dass wir uns in unserer Beziehung hilflos fühlen. Es war ein riesiger Chessed (Himmlische Nettigkeit), dass Er ihnen die Möglichkeit gab, Ihm etwas zurückzugeben, nachdem Er ihnen vierzig Jahre Licht in der Wüste gegeben hatte.

Dies ist der Unterschied zwischen dem Herrn der Welt und einem Menschen aus Fleisch und Blut. Er tat uns einen Gefallen und lässt uns Ihm zurückzahlen. Er will nicht, dass wir uns in Seiner Schuld fühlen.

Das dreizehnte Kapitel im Buch Schoftim beinhaltet die Geschichte der zukünftigen Eltern von Schimschon, die viele Jahre kinderlos waren. Eines Tages kam ein „Mal’ach“ (Engel) und sagte zu Manoachs Frau, dass sie schwanger werden und ein Kind gebären werde. Der Engel trug der Mutter auf, während der Schwangerschaft keinen Wein zu trinken und befahl ihr ausserdem, dass ihr Kind sein ganzes Leben ein Nasir sein sollte.

Manoachs Frau erzählte ihrem Mann über die Vorhersage. Er bat darum, den Engel zu treffen. Der Engel erschien ihnen beiden noch einmal. Sie brachten ein Opfer dar und dann verschwand der Engel und kehrte nie wieder zurück. Der Passuk sagt, als der Engel nicht wieder erschien, "Dann wusste Manoach, dass es ein Engel G’ttes war." [Schoftim 13:21]

In anderen Worten, sie hatten ein Kind, wie es der Engel vorhergesagt hatte, doch sie sahen den Engel nie wieder; dann wusste Manoach, dass es ein Engel G’ttes war. Vom Passuk tönt es, als ob der Grund, dass Manoach realisierte, dass es wirklich ein Engel war, war, weil er nie zurückkehrte. Der Grund ist, wäre dies ein Mensch, so wäre er sicherlich am Geburtstag des Kindes zurückgekehrt und hätte gefragt; “Nun, wie geht es meinem kleinen Kind?“ Dann müssten Manoach und seine Frau sagen "Oh, wir können dir nicht genug danken. Was können wir je für dich tun, um unsere Dankbarkeit zu zeigen?" Und der Mensch würde antworten "Oh, es ist nichts" (da er wollen würde, dass sie sich ihm verpflichtet fühlen.) Derjenige, der ihnen die Nachricht überbrachte, war wirklich ein Engel - denn er kam nie zurück um sein Dankeschön und ihre Schuld zu hören.

Der Brisker Rav sz"l hatte einige Kinder. Er verheiratete sie alle im selben Saal in Bene Berak, namens Wagschal. Der Besitzer des Saales fühlte sich geehrt, dass der Brisker Raw seinen Saal für seine Hochzeiten wählte und bot ihm an, den Saal umsonst zu geben. Der Brisker Raw weigerte sich das Angebot zu akzeptieren. Er sagte etwa wie: "Den grössten Preis, den ich je für etwas zahlen muss, ist wenn es umsonst ist."

Wenn jemand dir etwas umsonst gibt, denk nicht, dass du nichts zahlst. Wenn es umsonst ist, dann bist du in seiner Schuld. Dies lehrt uns dieser Passuk. Haschem gab uns die Gelegenheit, Ihm zurückzuzahlen, indem wir ein Licht für Ihn anzünden, wie Er es viele Jahre für uns tat, sodass wir uns nicht in Seiner Schuld fühlen.



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