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Raw Frand zu Parschat Tezawe 5764 (Beitrag 1)

Kohanim brauchen keine schatnesgeprüfte Priesterkleidung

Dieser Wochenabschnitt ist fast ausschliesslich den Bigdej Kehuna (Priesterkleider) gewidmet. Die gewöhnlichen Kohanim (Priester) trugen vier, der Kohen Gadol (Hohepriester) acht Kleidungsstücke.

Der Hauptzweck der Bigdej Kehuna war, G‘ttes „Ehre und Ruhm“ („l’Kavod u’l’Tiferet“) zu verkünden. Die Kohanim entsprachen einer „Palastgarde“, weil das Bejt Hamikdasch (Tempel) unser Palast war.

Die Bigdej Kehuna wiesen zwei Besonderheiten auf. Die erste Eigentümlichkeit bestand darin, dass diese Kleider – als Erfordernis – Schatnes enthalten mussten, die verbotene Mischung aus Wolle- und Leinenfäden. Unter normalen Bedingungen wird das Gebet einer Person, die Schatnes trägt, vierzig Tage lang zurückgewiesen! Dies ist ein Hinweis darauf, wie sehr Schatnes von G’tt verschmäht wird. Trotzdem war es den Kohanim, welche den Dienst versahen, nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten, Schatnes zu tragen!

Die zweite Kuriosität in Bezug auf die Bigdej Kehuna war die Betonung von „Hidur“ – der Verschönerung der Mizva (g’ttliches Gebot). Normalerweise ist „Hidur Mizva“ (Verschönerung bei der Ausführung einer Mizva) immer am Platz. Wir sollen uns bemühen, schöne Tefillin zu erwerben, einen herrlichen Etrog usw. Wir bemühen uns, Chanukkalichter auf schönste Art zu zünden (mehadrin min ha‘mehadrin). Aber das Fehlen von „Hidur“ macht eine Mizva nicht ungültig. Wenn wir keinen schönen Etrog oder keine ausgesuchten Tefillin finden können, so erfüllen wir die Mizva eben mit gewöhnlichen, aber koscheren Varianten dieser Ritualobjekte.

Wie schon erwähnt, war der Zweck der Bigdej Kehuna, dem Herrn der Welt Ehre und Ruhm zu erweisen. Folglich konnte ein Kohen, der zerrissene oder schmutzige Kleider trug, vom Himmel die Todesstrafe auf sich ziehen. Hier war „Hidur“ ein wichtiges Gebot. Wurde dieses nicht erfüllt, war das Tragen der Bigdej Kehuna verboten. Diese Erscheinung finden wir sonst nirgends.

Rav Avigdor Nebenzahl, Rabbiner in der Altstadt von Jeruschalajim, erklärt diese offensichtlichen Merkwürdigkeiten der Halacha mit einem schönen Gedanken.

Um diese beiden Eigentümlichkeiten zu verstehen, müssen wir danach forschen, warum die Torah verboten hat, Schatnes zu tragen. Das Verbot, ein Kleidungsstück zu tragen, das sowohl Wolle als auch Leinen enthält, ist eines der klassischen „Himmlischen Gebote“. Es gehört zum Bereich der Mizvot, die anscheinend keinen erkennbaren Grund haben.

Der Sohar jedoch, führt das Verbot auf die Auseinandersetzung zwischen Kajin und Hevel (Kain und Abel) zurück. Kajin brachte ein minderwertiges Opfer aus Leinen von seiner Flachsernte dar. Hevel brachte ein Opfer von Wolle aus seiner Schafherde dar. Kajins Opfer wurde zurückgewiesen. Er wurde eifersüchtig auf seinen Bruder und tötete ihn. Diese Opfergaben, mit Wolle und Leinen, bewirkten den ersten Mord der Welt. Deshalb verbot die Torah den Juden das Verweben von Wolle und Leinen in demselben Kleidungsstück.

Was genau war das Problem von Kajin? Er war der erste Mensch in der Welt, der G’tt ein Opfer darbrachte. Wenn er das Opfer schon darbrachte - warum tat er es dann nicht auf eine schöne, vorbildliche Art? Warum nahm er das Erstbeste, das ihm in die Hände geriet?

Kajins Irrtum war, erklärt der Mesilat Jescharim, dass er der Aufmachung keine Beachtung schenkte. Wir wissen alle, dass eine Trennung besteht zwischen „Form“ und „Substanz“. Kajin war ein Mensch von „Substanz“. „Solange du die Mizva ausführst, ist die Form zweitrangig. Ist denn nicht die Substanz die Hauptsache?“

Der Mesilat Jescharim antwortet Kajin folgendermassen: „Nein. Das gilt nicht immer. Form und Sorgfalt haben eine eigene Bedeutung. Die Art und Weise, wie ein Opfer für G’tt dargebracht wird, verrät etwas über den Menschen, der es bringt.“

Gibt jemand bei einer Hochzeit der Braut und dem Bräutigam einen Scheck, so füllt er nicht einfach eine Seite im Scheckbüchlein aus, reisst sie heraus und übergibt sie ihnen. Er schreibt eine nette Karte, legt sie in einen Briefumschlag und übergibt ihnen das Geschenk so. Sachlich betrachtet ist ein Scheck eben nur ein Scheck, aber die Art und Weise, wie man ihn überreicht, sagt viel aus. Sie vermittelt dem Empfänger, dass der Gebende ihn beehren möchte.

Dies war Kajins Problem – die Unfähigkeit zu begreifen, dass die Gestaltung etwas aussagt. Wir sollten uns nicht zu sehr in den Äusserlichkeiten verfangen, aber sie haben doch ihren Platz.

Der Tikkun (Verbesserung) von Kajins Sünde ist genau die Mizva, die die äussere Form betont – die Bigdej Kehuna. Form ist der springende Punkt bei dieser Mizva. Während dem Dienst für G’tt wird „Hidur“ entscheidend. Gestaltung ist wichtig. Diese Mizva vermittelt das genaue Gegenstück zu Kajins Haltung.

Darum gibt es kein Verbot von Schatnes bei der Bigdej Kehuna. Das Verbot von Schatnes bezieht sich direkt auf Kajins Unachtsamkeit bei der Bedeutung der Form. Da die Bigdej Kehuna dem Benehmen Kajins gegenübergestellt werden – weil sie eine Darstellung der Form sind – erübrigt sich die Beachtung von Schatnes.



Quellen und Persönlichkeiten:
Sohar: Jüdische Mystiklehre
Rav Mosche Chajim Luzzatto [der "RaMCHaL"] (1707 - 1747): Rabbiner und Gelehrter, sein Hauptwerk ist das Buch “Mesilat Jescharim” (“Weg der Rechtschaffenen”); Padua, Amsterdam, Israel.



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