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Rav Frand zu Paraschat Jitro 5779  Beitrag 1

Vergiss den Einzelnen nicht, auch wenn Du für die Allgemeinheit tätig bist

Am Anfang der Parascha [Schemot 18:2-4] erzählt uns die Torah, dass Jitro seine Tochter Ziporah (Ehefrau von Mosche) und deren zwei Söhnen (Gerschom und Elieser) mitnahm. Die Torah wiederholt anschliessend den Namen des älteren der beiden Söhne (Gerschom) und bringt noch einmal den Grund, weshalb ihm dieser Namen gegeben wurde [Schemot 2:22 und 18:3].

Raw Eljakim Schlesinger stellt in seinem Sefer (Buch) "Bejs Aw" folgende Fragen: Erstens, die Namen und deren Hintergrund sind bereits "alte Geschichten" (zumindest des älteren Sohnes). Diese Tatsachen sind uns bekannt. Zweitens, wieso betont Jitro, ich komme, aber merke dir, auch deine Frau und deine beiden Kinder kommen. Weshalb sah sich Jitro genötigt, diese Informationen zu betonen?

Er gibt eine interessante Erklärung zu den Fragen: Jitro war bekannt, dass Mosche Rabbejnu kurz davor stand, zum Führer des jüdischen Volkes ernannt zu werden. Als Führer des jüdischen Volkes würden seine Tage und Stunden den Bedürfnissen der Gemeinschaft gewidmet sein. Jitro versuchte daher seinem Schwiegersohn sanft und subtil zu sagen: "Bitte vergiss meine Enkelkinder nicht, bitte vergiss deine Kinder nicht."

Das war, was Jitro sagen wollte: "Trotz den vielen Ablenkungen, Prüfungen und Wanderungen, die du in deiner Aufgabe als Führer des jüdischen Volkes durchmachen wirst, darfst du deine eigenen Kinder nicht vergessen".

Der Wert des Einzelnen darf niemals geringgeschätzt werden - auch nicht im Verhältnis zur gesamten Gemeinschaft. Zur Untermauerung dieser These führte Jitro an: "Wo würdest Du heute stehen, wenn G‘tt sich Deiner - als Einzelner - nicht angenommen hätte". "Denn ich war nur Fremder in einem fremden Lande" (Grund für den Namen Gerschom). Und: Wenn G’tt sich nicht um den Einzelnen gesorgt hätte - "... denn der G‘tt meines Vaters war mein Helfer" (Bedeutung des Namens Elieser) - so gäbe es keinen Mosche Rabbejnu.

Auf sanfte und subtile Art versucht Jitro also, Mosche daran zu erinnern, den Einzelnen nie zu vergessen.

Der Brisker Raw pflegte zu sagen, dass man sich zuerst um seine eigene Familie kümmern muss und dafür sorgen soll, dass sie geistig auf der Höhe ist, bevor man versucht, andere zu beeinflussen. Ähnlich wie bei Zeddaka (Wohltätigkeit), fängt auch die Kiruv-Tätigkeit (Näherbringen) zunächst zuhause an. Steht jemand vor internen Problemen in seiner eigenen Familie, so kann er nicht anfangen, die Welt zu verbessern.

Diesen Grundsatz können wir von Awraham lernen. Obschon er der "Beeinflusser par Excellence" war, und obwohl sein Zelt nach allen vier Seiten der Welt offenstand, musste er dennoch Jischma’el aus seinem Hause verbannen. Weshalb? Weil - wie ihm Sarah nahelegte, und dies so von G‘tt bestätigt wurde - Jischmael eine Gefahr für die Integrität des Haushaltes von Awraham bedeutete. Die ganze Aufgabe von Awraham und seine Fähigkeit, seine Familie, wie auch andere, positiv zu beeinflussen. konnte durch die fortgesetzte Anwesenheit von Jischmael untergraben werden,

Auch dies war Teil von Jitro's Botschaft an Mosche: Vergiss die Einzelnen nicht - besonders nicht jene in deinem eigenen Haus - auch wenn die Bedürfnisse der Gemeinschaft im Vergleich viel grösser sind.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Raw Eljakim Schlesinger - Autor des Sefer „Bejs Aw“, Rosch Jeschiwa in London, und Schüler des Brisker Raw.
  • Brisker Raw - Raw Jitzchak Ze‘ew Soloveitschik (1886 - 1959); Brisk, Jerusalem; Sohn von Raw Chajim Soloveitschik (1853-1918).

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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