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Raw Frand zu Parschat Schemot 5766 (Beitrag 2)

Und doch: Man muss kein Prinz sein, um zu Grösse zu gelangen

Die Heirat von Amram und Jocheved, den Eltern von Mosche, wird mit den geheimnisvollen Worten „Und ein Mann aus dem Hause Levi ging und heiratete die Tochter von Levi“ [Schemot 2:1] beschrieben. Wäre es nicht angebracht, dass die Torah diesen wichtigen Meilenstein in der biblischen Geschichte, die Geburt von Mosche Rabbejnu, wenigstens mit der Erwähnung der Namen von Mosche’s Eltern beginnt? Sollten wir nicht ausdrücklich auf Mosche’s stolzen „Jichus“ (Stammbaum) hingewiesen werden?

Rav Bergman meint in seinem Buch „Scha’arej Orah“, dass dies gerade der springende Punkt ist. Man braucht keinen Jichus, um Mosche Rabejnu zu werden. Jedermann kann aufgrund seiner eigenen Verdienste und eigenen Fähigkeiten die höchsten geistigen Höhen erklimmen. Man braucht keinen hochstehenden Vater um ein edles Leben zu führen. Es stimmt zwar, dass Mosche’s Vater zufälligerweise der Gadol haDor (der Grösste seiner Generation) war; die Torah legt jedoch sehr wenig Gewicht auf diese Tatsache. Mosche’s Eltern werden im Schatten der Anonymität gelassen, um hervorzuheben, dass es nicht die Abstammung war, die Mosche zu dem machte, der er war.

Der Gedanke dahinter ist, dass jedes Kind und jedes menschliche Wesen im Stande ist, trotz niedriger Abstammung, die höchsten Höhen zu erklimmen. Der Rambam schreibt in Hilchot Teschuva [5:2]: „Jeder Einzelne kann zu einem Gerechten auf der Stufe von Mosche Rabbejnu heranwachsen.“

Zu dieser Parscha bemerkt Rav Ja’akov Kaminetzky, dass gemäss dem Rema zum Schulchan Aruch folgendes gilt: Wenn eine Frau ihr Baby nicht stillen kann, soll man es wenn möglich durch eine jüdische Amme stillen lassen. Eine Nichtjüdin soll nur dann eingesetzt werden, falls keine andere Möglichkeit besteht. Der Grund dafür liegt darin, dass eine nichtjüdische Amme unkoschere Speisen verzehrt und die Milch ein Folgeprodukt dieser Speisen ist. Dieses Gesetz wird davon abgeleitet, dass Mosche sich im Palast des Pharao weigerte von einer nichtjüdischen Frau gestillt zu werden. Unsere Weisen geben uns dafür folgenden Grund: Er weigerte sich, von fremden Frauen zu saugen, weil „der Mund, welcher dazu ausersehen war, direkt mit dem Allmächtigen zu sprechen, soll sein Leben nicht mit dem Saugen von unkoscherer Speise beginnen“.

Der Rema stützt seinen Entscheid zum Schulchan Aruch, dass es möglichst vermieden werden solle, ein jüdisches Baby einer nichtjüdischen Amme zu geben, auf diese Begebenheit im Chumasch und der Begründung von „der Mund, der dazu ausersehen ist, mit dem Allmächtigen zu sprechen“. Wir können uns fragen, wann es das letzte Mal war, dass ein jüdisches Baby auf die Welt kam, welches in ein Gespräch mit der G’ttlichen Präsenz verwickelt war. Dies ist sicher nichts Alltägliches. Seit Malachi, dem letzten der Propheten, ist dies nicht mehr vorgekommen.

Rav Ja’akov Kaminetzky sagt, dass wir daraus entnehmen, dass jedes jüdische Kind als ein Kind betrachtet werden muss, welches möglicherweise mit der G’ttlichen Präsenz sprechen wird. Ein vornehmer Stammbaum ist nicht Voraussetzung um Grosses zu erreichen. „Ein anonymer Mann vom Stamme Levi ging und heiratete eine anonyme Tochter von Levi.“ Wie der Rambam schreibt: Jedermann ist fähig, eine solche Stufe zu erklimmen.

Es mag einige geben, die vielleicht denken, dass sich die beiden Gedanken zu diesem Wochenabschnitt widersprechen. Bei tieferem Nachdenken sollte man jedoch zum Schluss gelangen, dass dies nicht unbedingt der Fall ist: „Dieses und jenes sind die Worte des lebendigen G’ttes.“ [Eruvin 13b]


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Meir Bergman: Zeitgenössischer Rosch Jeschiwa in Benej Berak, Israel.
Rambam (1135 - 1204): Rav Mosche ben Maimon; Spanien, Ägypten. Seine Hauptwerke sind „Moreh Newuchim“ und „Mischne Tora“.
Rabbi Ja’akov Kaminetzky: (1891 – 1986): Rosch Jeschiwa; Litauen, USA.
Rema (1530 – 1572): Rabbi Mosche Isserles, Gesetzeslehrer, Krakau, Polen.
Schulchan Aruch („gedeckter Tisch“): Jüdischer Gesetzeskodex, niedergeschrieben von Rabbi Josef Karo (1488 – 1575), Sefat, Israel.



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