Adar Rischon
/Paraschat Ki Tissa/


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Raw Frand zu Parschat Wajigasch 5768

Leider konnte der therapeutisch wirkende Kummer nicht vollendet werden

Der Bericht in der dieswöchigen Parscha ist einer der fesselndsten und dramatischsten Szenen des ganzen Chumasch. Im Pasuk steht, "Nun konnte sich Josef nicht mehr zurückhalten, in der Anwesenheit aller um ihn Stehenden. Er rief aus, 'Lasst jedermann von mir weg hinausgehen!' Und es blieb keiner bei ihm, als Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab. Er liess seiner Stimme freien Lauf im Weinen, Ägypten hörte, und Pharaos Haushalt hörte. Josef sprach zu seinen Brüdern, 'Ich bin Josef, lebt mein Vater noch?'..." [Bereschit 45:1-3]

Dieser Pasuk bringt mich immer zum erleichterten Aufatmen. "Baruch Haschem (G’tt sei Dank), die Qual ist vorbei!" Das Drama läuft jetzt schon zwei Wochen lang. Die Brüder bitten und bitten und alle diese schrecklichen Dinge geschehen ihnen. Es ist eine Scharade. Wir wissen, was wirklich geschieht und wir können uns den Kummer der Brüder vorstellen. Sie wussten nicht, weshalb ihnen dies geschah. Das Pathos rührt einen tief. Und jetzt, jetzt ist es endlich vorbei! Baruch Haschem, Josef hielt es nicht mehr länger aus – und ich auch nicht! Jetzt endlich ist die Spannung gebrochen.

Der Sefat Emet reagiert ganz anders. Er versteht die Tatsache, dass "nun konnte sich Josef nicht mehr zurückhalten" als eine Tragödie. Hätte Josef nur ein wenig
länger ausgehalten, dann wäre das Schicksal der Jehudim anders gewesen. Wenn es nach dem Sefat Emet geht, sollten wir einen gewaltigen Seufzer ausstossen, wenn wir diesen Pasuk lesen "Nun konnte sich Josef nicht mehr zurückhalten".

Weshalb ist dies so? Der Sefat Emet macht uns auf einen Pasuk aufmerksam, der nur wenig später steht: "Er (Josef) fiel seinem Bruder Binjamin um den Hals und weinte; und Binjamin weinte an seinem Hals." [Bereschit 45:14] Raschi erklärt uns, weshalb Josef weinte: Er wusste durch Newua (Prophetie), dass die zwei Tempel im Teil von Binjamin in Erez Jisrael stehen würden. Er weinte über deren zukünftige Zerstörung.

Weshalb dachte Josef jetzt daran? Was war der Grund für diese plötzliche Beschäftigung mit Tragödie, Zerstörung und Churban? Weshalb verdarb er dieses langersehnte Wiedersehen mit seinem geliebten Ganzbruder?

Der Sefat Emet schreibt, Josef dachte aus einem sehr guten Grund gerade jetzt an den Churban. Diese ganze Geschichte, wie Josef seinen Brüdern etwas vormachte und sie diese ganze Scharade mitmachen liess, geschah nicht aus sadistischen Gründen. Es war nicht um Rache zu nehmen. Josef realisierte vielmehr, dass die Brüder für den Verkauf ihres Bruders Sühne (Kaparah) erlangen mussten. Diese Geschehnisse sollten die schreckliche Sünde von den Brüdern nehmen.

Diese persönlichen Qualen, die die Brüder jetzt durchgingen, sollten spätere Generationen ihrer Nachkommen davor bewahren noch schlimmere Qualen durchzugehen, als Strafe für diese Sünde. Hätte er ein wenig länger ausgehalten, die Scharade noch ein wenig länger durchgezogen, und ihnen so ein wenig mehr Tragödie und Leiden verschafft (zusätzliche Kaparah) wäre die zukünftige Sühne des Klal Jisrael noch kleiner gewesen. Unsere „Schuld“ am Verkauf von Josef wäre vielleicht überhaupt nicht mehr vorhanden.

Zweimal jährlich lesen wir die Geschichte der zehn Märtyrer, als ein Teil unserer Liturgien: am Tischa beAw und am Jom Kippur. Wie passt dies zu diesen Tagen? Die Zerstörung des Tempels, wie auch die Vertreibung aus unserem Land ist beides wegen der Sünde von Josefs Verkauf geschehen. Wir sind fast am Ende des Buches Bereschit angekommen. Wie wir schon erwähnt haben, ist dieses Buch die Vorlage der Geschichte: "Die Taten der Väter deuten die Taten der Kinder voraus."

Wollen wir wissen, weshalb Jehudim nicht mit einander auskommen können und weshalb es soviel Bruderhass gibt, so ist dies wegen der Episode des Verkaufs von Josef. Dieser Vorfall hatte erhebliche Auswirkungen auf die jüdische Geschichte. Als Josef seinen Bruder Binjamin sah, da weinte er ob den zukünftigen Zerstörungen. Er weinte, denn sein Plan eben dieses Schicksal aufzuhalten, war gescheitert. "Ich konnte nicht so lange aushalten, wie ich wollte." Er konnte das verschriebene therapeutische Leiden nicht vollenden. Dieses hätte dem Klal Jisrael späteres Leiden erspart. Deshalb war ihre Sühne nicht vollkommen. Und deshalb würde zukünftige Kaparah folgen, in der Form der Zerstörung der beiden Tempel.

Der Pasuk "nun konnte sich Josef nicht mehr zurückhalten" sollte bei uns allen Pein hervorrufen, wenn wir ihn lesen.



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