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Raw Frand zu Parschat Noach 5764

Wo steht es geschrieben, dass ich rechtzeitig kommen muss?

Beim Verlassen der Tejwa nach der Sintflut, pflanzte Noach einen Weinstock. Die Torah bedient sich der Worte „Wajachel Noach“ [9:20], die gewöhnlich übersetzt werden als „und Noach begann“. Raschi sagt, dass das Wort „Wajachel“ ein Hinweis darauf ist, dass Noach sich herabgewürdigt hatte – sich entweiht hatte – als er gleich nach dem Verlassen der Tejwa einen Weinstock pflanzte. Derselbe Noach, welcher beim Beginn der Parscha als rechtschaffen und vollkommen (Zaddik, Tamim) beschrieben wurde, erlebte einen geistigen Abstieg und wird nun als „ein Mann der Erde“ beschrieben. Wein hätte nicht die erste Feldfrucht sein sollen, die er säte. Es war ein unglückverheissender Wiederbeginn auf trockenem Boden.

Sforno erklärt, dass es an und für sich kein Verbrechen war, einen Weinstock zu pflanzen; es war einfach nicht die erste Wahl für eine Person wie Noach. Der Abstieg, von der geistigen Höhe eines „Zaddik, Tamim“, auf die weltliche Stufe eines gewöhnlichen Menschen, fängt oft so an. Es beginnt nicht mit dem über Bord werfen jeglicher Werte, an die er geglaubt hatte. Es beginnt mit einer Handlung, die für eine Person seines Kalibers einfach unpassend ist („nischt schajin“ in Jiddisch).

Raw Henoch Leibowitz erwähnt eine berühmte Erklärung des Maggid Mischneh. Der Maggid Mischneh sagt, dass die Mizwah „Du sollst das Richtige und das Gute tun (haJaschar w’haTow)“ [Dewarim 6:18] eine Aufforderung darstellt, angemessen zu handeln.

Oft reagiert jemand, wenn er darauf aufmerksam gemacht wird, dass die Torah von ihm ein bestimmtes Verhalten verlangt mit: „Wo steht dies geschrieben? Wo sagt die Torah, dass man das nicht tun soll? Wo steht es im Schulchan Aruch, dass das verboten ist?“ Die Antwort auf diese Frage gibt eben dieser Pasuk: „Du sollst machen was gut und richtig ist“. Der Maggid Mischneh erklärt, dass die Torah nicht in alle Einzelheiten gehen kann. Was gut und richtig ist, kann sich ändern. Die Torah wurde für alle Zeiten und Orte gegeben. Die Einzelheiten dessen, was wir als „haJaschar w’haTow“ empfinden, können sich mit der Zeit ändern und an verschiedenen Orten unterschiedlich sein. Es gibt keinen bestimmten Weg, ein „Mensch“ (eine Person, die sich moralisch und ethisch richtig verhält) zu sein, aber die Verpflichtung, ein „Mensch“ zu sein, ist allumfassend. Es ist ein positives biblisches Gebot.

Einen Weinstock an diesem Punkt in der Geschichte zu pflanzen war nicht gerade ein Verbrechen, aber sicherlich auch nicht der richtige Grundstein für einen Neubeginn gleich nach dem Verlassen der Arche.

Eine Dentalhygienikerin sagte mir kürzlich: “Ich habe viele religiöse Patienten. Sie melden sich an und kommen dann hierher, wann es ihnen passt. Fünfzehn Minuten zu spät, zwanzig Minuten zu spät. Ich reserviere jeweils nur eine halbe Stunde für jeden Patienten. Wenn ein Patient zwanzig Minuten zu spät kommt, wirft er mir den ganzen Tagesplan über den Haufen und ich leide deswegen den ganzen Tag.“

Wo steht es im Schulchan Aruch, dass man rechtzeitig sein soll, wenn man einen Termin bei der Dentalhygienikerin hat? Es wird im Schulchan Aruch gar nichts erwähnt. Warum wird es im Schulchan Aruch nicht erwähnt? Es wird nicht erwähnt, weil es ein ausdrückliches biblisches Gebot gibt! Es gibt viele Dinge, die im Schulchan Aruch nicht erwähnt sind, weil sie eindeutig in der Torah festgehalten sind. Die Mizwah heisst: „Du sollst tun, was gut und richtig ist“. Diese Mizwah ist allgemein bekannt unter der Bezeichnung: „Sei ein Mensch!“ Ein rechter Mensch kommt nicht zwanzig Minuten zu spät zu einem Termin, ohne Entschuldigung, als ob gar nichts passiert wäre!

Das meint der Maggid Mischneh mit seiner Erklärung. Zur Zeit des Maggid Mischneh gingen die Leute nicht zur Dentalhygienikerin. Deshalb kann die Torah nicht sagen und der Schulchan Aruch nicht bestimmen, dass es ein positives Gebot ist, rechtzeitig bei der Dentalhygienikerin zu erscheinen. Die Einzelheiten einer Mizwah können sich ändern. Eine Sache jedoch ändert sich nie - man soll ein Mensch sein! Das gilt immerwährend.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); "Vater aller Torahkommentare".
Rav Ovadia ben Ja’akov Sforno (1470 – 1550); Rom und Bologna, Italien; klassischer Chumascherklärer.
Rabbi Henoch Leibowitz (geb. 1916): Rosch Jeschiwa in New York, USA.
Rabbi Vidal di Tolosa (gest ca. 1370): Verfasser des „Maggid Mischne“, Toulouse, Frankreich.



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