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Die Generation der Sintflut: Institutionalisiertes Unrecht - (Rav Frand Lech Lecha 5780 – Beitrag 2)

Die Generation der Sintflut: Institutionalisiertes Unrecht

Der Chawot Ja’ir [Responsa 163] stellt die folgende Frage: Einige Geschäftsleute bildeten für viele Jahre eine Lerngruppe mit einem bestimmten Rabbiner. Sie trafen sich regelmässig zum Torahstudium. Im Geschäftsleben gerieten sie jedoch unentwegt aneinander. Sie hatten untereinander oft „Dinej Torah“ (Geldstreitigkeiten vor einem jüdischen Gericht) wegen unlauterem Geschäftsgebahren („Hasagot Gewul“). Bei den Kunden machten sie sich gegenseitig schlecht.

Mit der Zeit häuften sich die Gerichtsgebühren dieser „Dinej Torah“ zu ansehnlichen Summen. Da hatte einer dieser Geschäftsleute eine brillante Idee. „Treffen wir doch folgende Abmachung: Wir vergeben uns gegenseitig das Stehlen, Rauben, Hintergehen und üble Nachrede; wir verzichten auf das Anrufen eines „Din Torah“ und auf finanzielle Wiedergutmachung.“

Sie fragten ihren Lehrer, ob sie untereinander eine solche Abmachung treffen dürften. Der Rabbiner entgegnete, dass er ihre Frage nicht beantworten dürfe, weil er eine betroffene Partei („noge’ah be’Dawar“) sei; er verdiente nämlich seinen Lebensunterhalt mit den Gebühren ihrer „Dinej Torah“. Aus diesem Grund leitete er ihre Anfrage an den Chawot Ja’ir weiter.

Der Chawot Ja’ir antwortete, dass ihre Absicht, eine solche Abmachung zu treffen, eine schlimmere Sünde sei, als der ganze Diebstahl, der Lug und Trug, den sie vor dieser Abmachung verübt hatten. Sie beabsichtigten nämlich, Falschheit und Betrug für rechtmässig zu erklären. Das wäre eine Entweihung des G’ttlichen Namens. So unredlich ihr früheres Verhalten auch gewesen sein mag – das sei bei weitem nicht so schlimm als alle Moral in den Wind zu schlagen und Falschheit und Betrug sozusagen offiziell für rechtmässig zu erklären.

Der Chawot Ja’ir fügt hinzu, dass dies der Unterschied zwischen der Generation der Sintflut und den Menschen von Sedom war. In Sedom gab es keine rechtschaffenen Menschen. Die Menschen verübten dort die gleichen Untaten wie die Generation der Sintflut. Bei Sedom lesen wir jedoch, dass „ihr Wehgeschrei zu Mir gedrungen ist“ [Bereschit 18:21]. Man klagte wenigstens noch. Sie begriffen, dass man betrog. In der Generation der Sintflut hörte man nicht einmal mehr Klagen. Die Menschen konnten tun, was sie wollten. „Alles war erlaubt!“

Eine Gesellschaft, die Sünde zulässt und für rechtmässig erklärt, ist eine Gesellschaft, die durch und durch verdorben ist.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Rabbi Ja’ir Chajim Bacharach (1638 – 1702): Genannt nach seinem Hauptwerk „Chawot Ja’ir“, Rabbiner in Worms, Deutschland.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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