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Rav Frand zu Paraschat Noach 5779 - (B2) Elijahu’s Lektion vom Raben

Elijahu’s Lektion vom Raben

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Der Regen hörte endlich auf und das Wasser begann zu sinken. Noach wollte sich ein Bild von der Lage machen und schickte den Raben aus, um trockenes Land zu suchen. Der Midrasch Raba zur Stelle [33:6] hält fest, dass Noach den Raben wählte, weil der Rabe anscheinend wenig wert war: „Was für einen Nutzen hast du für die Welt? Man kann dich nicht essen und als Opfer kann man dich auch nicht darbringen!“

Im Grunde genommen war Noach böse auf den Raben und die Wahl des Raben für diese

Mission war so etwas wie eine „Strafe“. Der Talmud in Sanhedrin [108b] sagt, dass der Rabe einer der drei Bewohner (der Tejwa (Arche) war, die während des Mabuls (Sintflut) bei ihren   Partnerinnen blieben. Sowohl Mensch als auch Tier waren gemahnt worden, sich während ihres Aufenthaltes in der Tejwa von ihren Partnern fernzuhalten. Der Rabe, von den Vögeln der Einzige, beachtete dieses Verbot nicht. Jetzt war die Fortpflanzung der Raben bereits gesichert, sodass Noach meinte, er verstosse nicht gegen seine Aufgabe, alle Arten zu erhalten, wenn er das Leben des „Rabenvaters“ aufs Spiel setzte.

Der Midrasch jedoch berichtet, dass G’tt von Noach verlangte, den Raben wieder in der Tejwa aufzunehmen, weil die Welt in Zukunft auf die Dienste des Rabens angewiesen sein werde. Es werde eine Zeit kommen, in der eine rechtschaffene Person (Elijahu, der Prophet) das Land trockenlegen werde. Dadurch würde im Land eine gewaltige Hungersnot herrschen und die Raben würden ihm Nahrung und Fleisch bringen (aus Jehoschafats Haus, dem König von Jehuda).

Dazu gibt es einen faszinierenden Ba‘al HaTurim. Dieser erkennt in unserer Parascha [8:7] einen Hinweis auf diesen Midrasch: „Und er sandte den Raben aus und dieser flog hin und zurück bis das Wasser über dem Land trocknete (ad jewoschet hamajim).“ Der Ba‘al HaTurim weist darauf hin, dass das Wort „jewoschet“ (ausgetrocknet) die gleichen Buchstaben hat wie das Wort „Tischbi“, welches sich auf Elijahu bezieht, der „Tischbi“ genannt wurde.

Diese Andeutung verweist auf G’ttes Mahnung an Noach, dem Raben gegenüber nicht allzu streng zu sein, weil der Rabe noch nützlich sein werde, wenn zur Zeit von Elijahu Trockenheit im Lande herrschen wird.

Die folgende Frage drängt sich auf: „Warum hat G’tt von allen Vögeln und Geschöpfen ausgerechnet die Raben dazu auserkoren, Elijahu zu laben?“ Falls dem Raben wirklich Grausamkeit nachgesagt wird und der Rabe wirklich der einzige Vogel war, der die Ehegebote in der Tejwa missachtete, wieso wurden dann ausgerechnet die Raben dafür auserkoren, die „Engel der Gnade“ für Elijahu zu sein?

Der Sukkat David antwortet, dass G’tt ausgerechnet diesen „Caterer“ in Anspruch nahm, um Elijahu etwas beizubringen. Die Lehre war, dass gute Dinge sogar von Raben herrühren können und daher auch Gutes von schlechten Menschen ausgehen könne. Elijahu, der Prophet, war der Kämpfer („Kanaj“) in Person. Er wetterte gegen die Juden und betrachtete sie als wertlos, da er fand, sie hätten das Bündnis mit G’tt gelöst [Melachim I 19:10]. Elijahu sagte: „Ich habe geeifert um Haschem…, denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht, und ich bin allein übriggeblieben, und sie suchen danach, mir mein Leben zu nehmen.“ G’tt deutete Elijahu hiermit an, dass dies nicht der Wahrheit entspräche. Sie waren nicht so übel. Sogar von den Schlechten unter ihnen konnte etwas Gutes hervorgehen.

Wir wissen, dass bei jedem Brit (Beschneidung) eine besondere Sitzgelegenheit bereitgemacht wird, bekannt unter dem Namen „Stuhl von Elijahu“. Elijahu ist sozusagen der Ehrengast bei jeder Brit Mila. Der Sohar Hakadosch, wie der Schla’h Hakadosch ihn zitiert, sieht in dieser Symbolik eine Art „Strafe“ für Elijahu . Da er die Worte „sie haben Dein Bündnis verlassen“ („aswu Brit’cha“) äusserte, ist er verpflichtet, zu jedem Brit zu erscheinen und Zeuge davon zu sein, wie falsch er geurteilt hatte und wie die Juden weiter am Bund mit G’tt festhalten! Sein hartes und lautstarkes Urteil, dass die Juden den Bund aufgegeben hätten, war fehl am Platz gewesen.

Das war die Lehre von den Raben, die Elijahu das Essen brachten. Für jeden Bösewicht gibt es Hoffnung. Er kann sich jederzeit besinnen und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden – sogar der Rabe! Dies ist von besonderer Bedeutung für das jüdische Volk. Sie können schlimme Sachen verbrochen haben, sie können während Achaws Regierungszeit Götzendienst betrieben haben, aber man soll sie dennoch nicht abschreiben.


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