Schewat
/Paraschat Jitro/


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Raw Frand zu Parschat Bo 5766 (Beitrag 2)

Zynismus: eine widerliche Wesensart

Ein weiterer Midrasch zur Parscha dieser Woche passt sehr zu unseren Zeiten. Der Passuk sagt: „Nicht so; ihr Männer könnt jetzt gehen und eurem G’tt dienen, denn das wollt ihr ja nur! Darauf trieb man sie von Pharao hinweg.“ [Schemot 10:11] Der Midrasch macht dazu eine interessante Anmerkung: Weil dem Allmächtigen Pharaos spöttische Haltung ausserordentlich widerlich war, änderte Er die Naturgesetze in der nächsten Plage.

Der Allmächtige hatte bis zu diesem Zeitpunkt in allen seinen Plagen den Lauf der Natur nicht geändert. Dies bedeutet, dass man allen vorangegangenen Plagen auf irgendeine Weise noch eine „natürliche“ Erklärung zuordnen konnte. Zum Beispiel: Der Nil voller Blut könnte auf Umweltverschmutzung zurückzuführen sein, eine Art „Öllache“; Frösche können sich hie und da an einem Ort versammeln, und so weiter. Keine der ersten acht Plagen stellte eine grundsätzliche Änderung der Natur dar.

Dunkelheit jedoch, die neunte Plage, war ein Wechsel im Lauf der Natur. Drei aufeinander folgende Tage von Dunkelheit bildeten eine wundersame Abkehr vom natürlichen Tag- und Nacht-Zyklus. Wieso gerade jetzt? Der Midrasch führt dies auf den g’ttlichen Groll über den König von Ägypten zurück.

Dieses Mal tat Pharao etwas, das der Allmächtige nicht dulden konnte. Pharao war zynisch. Er verspottete das jüdische Volk. Er behandelte Mosche Rabbejnu mit Hohn. G’tt hat sozusagen eine besondere Abscheu gegen Zynismus („Lejzanut“) und Spott. Der Wesenszug des Zynismus und die Gewohnheit Lächerlichkeit zu verbreiten, sind dem Himmel zutiefst widerwärtig. G’tt verstärkte deshalb die Kraft der Plagen entsprechend dem zynischen Verhalten Pharao’s und änderte die natürlichen Vorgänge in der Natur.

Rav Schimon Schwab fragt, wo im oben erwähnten Passuk Hohn oder Spott vorkommt? Wo ist hier der Zynismus?

Rav Schwab meint, dass das Wort „nah“ im Ausdruck „lechu nah haGevarim“ („die Männer können jetzt gehen“) mit „bitte“ übersetzt wird. Ausserdem trägt das Wort „Gevarim“ den Beigeschmack von „ehrwürdige Herren“, wobei Pharao in Wirklichkeit von Sklaven spricht. Pharao beginnt seine Äusserung mit: „Bitteschön, mögen doch die ehrwürdigen Herren gehen.“ Und dann schliesst der Passuk „darauf trieb man sie von Pharao hinweg“, als ob er sagte: „verschwindet von hier“ (oder noch etwas Stärkeres). Zuerst verspottet er sie, indem er sie mit falschem Respekt anredet und wirft sie dann hinaus wie Abfall. Seine Haltung ihnen gegenüber ist von Spott und Zynismus geprägt.

G’tt sagt: „Jetzt ist genug!“ Lejzanut ist vor dem Allmächtigen eine ernste Sache. Du magst sie freundlich oder barsch behandeln, aber treib’ keine Spielchen mit ihnen. Verspotte sie nicht.

Zynismus ist widerwärtig, sowohl im Himmel wie auf der Erde. Hüten wir uns davor, damit wir Gunst finden, sowohl „in den Augen von G’tt“ als auch in den Augen der Menschen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Midrasch: Erklärungen zur Tora, sehr oft mit Gleichnissen. Der Jalkut ist eine der Midrasch-Zusammenstellungen.
Rav Schimon Schwab (1908 - 1995): Rabbiner der Gemeinde Adat Jeschurun in Washington Heights, New York.



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