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Raw Frand zu Parschat Mikez 5767 (Beitrag 1)

Wie kann Josef für das Vergessen seines Vaterhauses dankbar sein?

In Parschat Mikez erzählt uns die Torah, dass Josef seinen ältesten Sohn “Menasche” nannte, denn “G’tt liess mich alle meine Schwierigkeiten vergessen und das ganze Haus meines Vaters” [Bereschit 41:52]. Diese Namensgebung ist seltsam.

Josef gelang es, die ganze Atmosphäre und Heiligkeit in sich zu bewahren, die er in seinem Vaterhaus erhalten hatte. Weshalb nannte er dann seinen Sohn Menasche, was doch heisst, dass G’tt ihm half, “sein Vaterhaus zu vergessen“?

Auf den ersten Blick scheint dies uns an einen Sohn erinnern, der sich weit von den Traditionen seines religiösen Vaterhauses entfernt hat. Er schliesst mit allem Jüdischen ab, und gibt schliesslich seinem Sohne einen christlichen Namen. Damit feiert er seine erfolgreiche Trennung von seinen jüdischen Wurzeln. Aber G’tt behüte, dies war nicht Josefs Absicht hier! Ganz im Gegenteil! Wir wissen doch, dass Josef an allem festhielt, das ihn sein Vater gelehrt hatte.

Ich sah eine interessante Erklärung dazu von Rav Elja Meir Bloch: Der Palast von Pharao und das Land Ägypten waren nicht im Entferntesten der Atmosphäre ähnlich, die Josef von seinem Heimatland kannte. Viele Menschen in seiner Situation hätten gesagt: „Was ich hier habe, ist nichts. Es gibt keine Möglichkeit für Geistigkeit hier. Ein Leben in Heiligkeit in diesem Land ist unmöglich!“ Ein Mensch kann über einen spirituellen Verlust so verzweifeln, dass er alle Hoffnung aufgibt.

Damit können wir verstehen, weshalb Josef seinen Sohn „Menasche“ nannte. Mit diesem Namen dankte er Haschem für die Hilfe, seine eigenen, im Elternhaus gelernten Ideen und Ansichten eines „Jüdischen Hauses“ vergessen und als ein Jude in Ägypten überleben zu können.

Rav Elja Meir erklärt dies weiter: „Die Tatsache, dass G’tt Josef half, sein Vaterhaus zu vergessen, ermöglichte es Josef, seinen Standard, seine geistige Stufe zu halten und nicht wegen des Verlustes seines Vaterhauses deprimiert zu werden und aufzugeben.

„Und ebenso“, fährt er bezeichnenderweise fort, “fühlen wir uns in der heutigen Situation.“ Diese Aussage machte der Telser Rosch Jeshiva im Jahre 1943.

Jeder, der im Vor-Kriegs Litauen lebte, das damals ein Mittelpunkt des Torah-Lernens und das Heim von mehreren berühmten Jeschiwot war, und sich dann plötzlich in Cleveland, Ohio, im Jahre 1943 fand, wäre sicher geneigt gewesen zu fragen: “Das ist Torah Lernen? Das ist eine Jeschiwa? So feiert ihr einen Jom Tov?” Und die normale Reaktion wäre: “Dies ist alles nichts!”

Einige Male hörte ich Rav Gifter über das frühere Litauen sprechen und wie die Dinge damals waren im ursprünglichen "Tels". Jedes Mal brach er in Tränen aus, während er die Hochachtung fürs Lernen und die geistige Hochstimmung beschrieb, die dort herrschte.

Wenn man über einen solchen Kontrast nachsinnt, gibt es zwei Alternativen. Man könnte sagen: “Lasst uns das Handtuch werfen. Dies hier ist ein schlechter Witz, keine Jeschiwa. Dies ist kein Lernen, lasst uns aufgeben!"

Oder der Mensch kann sagen: “So war Litauen, doch dies hier ist Amerika. Wenn wir etwas aus diesem Land machen wollen, müssen wir ganz von neuem beginnen. Es stimmt, es wird nicht das gleiche sein. Es wird anders sein, doch wir müssen trotzdem weitermachen."

Jeder einzelne der Führer der untergegangenen Jeschiwot in Litauen, die in Amerika wieder neu eröffnet wurden, musste die zweite Alternative wählen. Das gleiche gilt für all die Menschen, die von Europa nach Amerika kamen und ihre jüdischen Wurzeln bewahren wollten – seien es die chassidischen Rebbes aus Ungarn oder die deutschen Juden aus Frankfurt.

Rav Mosche Feinstein wohnte 20 Jahre lang an der Lower East Side in New York. Er dachte sicher oft an Luban zurück, wo Leute ihn um halachischen Rat gefragt hatten, in Problemen von grösster Schwierigkeit. Hier in den USA musste er sich darum kümmern, dass die Leute Schabbat hielten und Koscher assen.

Als Rav Ruderman nach Baltimore kam, hielt niemand der Einwohner dort die Idee einer Jeschiwa für gut. Sie waren dagegen, in Baltimore eine Jeschiwa zu gründen. Auch er hätte sich fragen können: “Was brauche ich dies hier? Ich erinnere mich an Slobodka. Ich erinnere mich an Kovno. Was habe ich hier? Nichts!"
Das gleiche gilt für alle Rosche Jeschiwot. Doch sie sorgten dafür, dass die Flamme weiter brannte. Der Grund, weshalb sie das konnten, war, weil auch sie die Bracha des Vergessens von Josef lernten. Sie konnten wie Josef sagen: „G’tt hat mich mein Vaterhaus vergessen lassen.“ Sie konnten erfolgreich die Gedanken an Litauen aus ihrer Erinnerung verbannen und sagen: „Ja, das war Litauen, doch dies hier ist Amerika!“ So wie Josef konnten sie mit den alten Zeiten abschliessen und das Beste aus dem Hier und Jetzt machen.



Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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