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Raw Frand zu Parschat Toldot 5766 (Beitrag 1)

Wer kümmert sich schon um die Spötter der Generation?

clown

Zu Beginn der Parscha zitiert Raschi einen Midrasch. Der Midrasch erzählt, dass die Spötter der Generation Avraham und Sarah verspotteten und sagten, dass Sarah schwanger wurde, als sie sich im Haus von Avimelech aufhielt. Sie erklärten, dass Avraham nicht Jizchak’s biologischer Vater sei. Um dieser zynischen Darstellung entgegenzutreten, formte G’tt Jizchak’s Äusseres auf wundersame Weise genau gleich wie dasjenige von Avraham. Er war ein exaktes Ebenbild. Wer das Kind erblickte, bezeugte unwillkürlich: „Avraham ist der Vater von Jizchak.“ [Bereschit 25:19]

Viele Erklärer wundern sich, wieso G’tt es nötig befand, ein Wunder zu vollbringen, nur um den Worten der Spötter dieser Generation („Lejzanej haDor“) entgegenzutreten. Wer kümmert sich schon darum, was die Spötter der Generation sagen?

Rav Gifter szl., sagte einmal, dass man diesem Midrasch entnehmen kann, wie zerstörerisch die Kraft von Zynismus ist. Lejzanut (Spott) ist eine schreckliche Plage. Ein „Lejz“ (jemand, der Lejzanut redet) darf nicht mit jemandem verwechselt werden, der einen gesunden Sinn von Humor oder sogar eine gewitzte Zunge hat. Humor ist kein Lejzanut. Lejzanut besitzt eine Portion Zynismus. Es legt sich mit allem an, was hoch ist und zieht es nach unten. Ein Lejz nimmt alles, was heilig ist und versucht dessen profane Seite in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Mesilat Jescharim schreibt, dass sie im Militär pflegten einen Schutzschild mit einer schleimigen Masse zu bestreichen, damit ein anfliegender Pfeil nicht in den Schutzschild eindringen konnte. Auf diese Weise rutschte oder prallte der Pfeil ab und schaffte es nicht, in das Metall einzudringen. Er vergleicht dies mit Mussar (Zurechtweisung). Dies gleicht einem Pfeil, der in das menschliche Herz dringen und es zur Reue bewegen sollte. Eine zynische Bemerkung schafft es jedoch, hundert Ermahnungen beiseite zu schieben. Ein „guter Spruch“, welcher eine Mussar-Rede zynisch ins Lächerliche zieht, lenkt die anfliegenden Pfeile der Ermahnung, die das Herz des Zuhörers empfänglich hätten stimmen sollen, auf die gleiche Weise ab, wie die Schleimmasse auf den Abwehrschildern die angreifenden Pfeile auf dem Schlachtfeld ablenkt. Wir müssen, so schreibt der Mesilat Jescharim, ausserordentlich wachsam sein, wenn wir nicht in die Falle des Zynismus geraten wollen.

Das ist der Grund, wieso das Wunder der identischen Gesichtszüge von Jizchak notwendig war. Die Lejzanej haDor können nicht verniedlicht werden. Solche Leute bewirken etwas. G’tt wollte zeigen, dass es hier um die Zukunft von Klal Jisrael ging. Von einer glaubwürdigen Vater – Sohn-Überlieferung zwischen Avraham und Jizchak hing vieles ab. Die vereinzelten Lejzanej haDor besassen die Kraft, alles mit kurzen und schnippischen Bemerkungen zunichte zu machen. Es war so wichtig, dass dies nicht geschah, dass G’tt die Natur veränderte, um eine exakte Kopie von Avrahams Erscheinungsbild im Aussehen von Jizchak, seinem Sohn, zu schaffen.

Ich mache die Beobachtung, dass diese Generation von Eltern eine äusserste zynische Nachkommenschaft grosszieht. Jedes Kind meint, es sei ein Komödiant. Jedes Kind meint, es müsse noch einen „Spruch“ zum Besten geben. Das Problem ist: Wenn ein Mensch beginnt, eine Sache durch den Kakao zu ziehen und dann anfängt, über eine weitere Sache herzufahren, bleibt zum Schluss nichts mehr übrig, das ihm heilig ist.

Die Mode von Lejzanut ist sehr verfänglich. Wer sich auf diesem Weg befindet, der hat es schwer, vor irgendeiner Sache noch Respekt zu empfinden. In unserer Zeit ist dies eine schreckliche Plage. Ich bin nicht sicher, was der Grund dafür ist. Höchstwahrscheinlich ist dies eine Folge einer Gesellschaft, in der Zynismus verbreitet ist. Wer das Radio einschaltet, hört nichts als Zynismus, das Schlechtmachen seines Gegenübers und Spötteleien. Es vergiftet die Radiowellen und verdirbt die Gesellschaft.

Wir sollten aufpassen, dass wir uns nicht in dem verlockenden Netz des Zynismus, welches draussen auf uns lauert, verstricken. Seine Kraft ist zerstörerisch. Wer dauernd versucht herunterzudrücken, Sprüche zu machen, zurückzuweisen, was ihm über den Weg läuft, der steht am Schluss mit leeren Händen da.

Es war dem Allmächtigen wert, ein offenes Wunder zu vollbringen, um die Lehre „Avraham ist der Vater von Jizchak“ vor den Spöttern der Generation zu schützen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland), "Vater aller Torahkommentare".
Midrasch: Erklärung zur Torah, oft mit Gleichnissen.
Rav Mordechaj Gifter (1916 – 2001): Rosch Jeschiwa der Telser Jeschiva in Cleveland, Ohio; USA.
Rav Mosche Chajim Luzzatto [der "RaMCHaL"] (1707 - 1747): Rabbiner und Gelehrter, sein Hauptwerk ist das Buch “Mesilat Jescharim” (“Weg der Rechtschaffenen”); Padua, Amsterdam, Israel.

 

Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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