Kochen und Warmhalten am Schabbat (1.Teil)

Unsere Tora erlaubt es, eine Arbeit (Melacha) vor Schabat zu beginnen, selbst wenn diese Arbeit in den Schabat, ohne unseren direkten Einfluss, hineingeht.

In diesem Sinne ist es ebenso erlaubt, vor dem Schabat eine Speise auf das Feuer / auf die Feuerquelle (z.B. Gasherd, Elektroherd etc.) zu legen, so dass die Speise am Schabat selber weitergekocht wird. Im Talmud Schabat jedoch lernen wir, dass unsere Gelehrten eine solche Tätigkeit am Schabat verboten haben (siehe zu dieser Auseinandersetzung die 1. Mischna im Abschnitt „Kira" Talmud Schabat + darauffolgende Gemara). An folgendem Grundbeispiel haben unsere talmudischen Gelehrten dieses Verbot erläutert:

Eine noch nicht fertig gekochte Speise (z.B. nur sehr leicht gekochtes Fleisch, das nicht verzehrbar ist) darf man vor dem Schabat nicht auf einen von Kohlen geheizten Ofen stellen, damit die Speise später am Schabat selber weitergekocht werden soll. Der Grund: Unsere Gelehrten fürchteten, dass ein Mensch am Schabat-Abend (sprich Freitag in der Nacht), wenn er feststellt, dass sein Essen noch nicht fertig gekocht ist, die Kohle bewegen würde, damit sich das Feuer erhöht und das Essen schneller gekocht wird. In diesem Falle hätte man dann den Schabat in Form von Feueranzünden (Havara) und Kochen (Bischul) eindeutig gebrochen. (siehe hierzu ausführlich in Schulchan Aruch, Hilchot Schabat סימן רנ"ג ס"א ).

Aber unter folgender Bedingung haben unsere Gelehrten eine solche Tätigkeit erlaubt:

Wenn das Feuer und damit auch die Wärmekraft des Ofens vor dem Schabat geschwächt wird, z.B. durch das Herausnehmen der Kohle oder dem Zuschütten der Kohle vor dem Schabat (Kira Grufa Uktuma), so darf eine Speise auf einem solchen Ofen vor dem Schabat gelegt werden, damit sie dann am Schabat durch die noch bestehende Wärme des Ofens warmgehalten wird. Denn in diesem Falle gibt es eine Möglichkeit die Kohle zu bewegen, damit das Feuer stärkt brennen soll. Dieses ist das talmudische Beispiel eines gedämpften Feuers, auf dem man vor dem Schabat also eine Speise legen darf, damit sie auch am Schabat weitergekocht wird.

In unsere moderne Küche überträgt sich nun diese Halacha nach Meinung vieler Poskim folgendermaßen:

Ein Gasherd, auf den man vor dem Schabat man eine Metallplatte legt, so dass das Feuer abgedeckt ist, entspricht dem gedämpften Feuer (siehe Igrot Mosche, ח"א סימן צג, oder: Schevet Halevi, ח"א סימן צא). Nach der (Einzel-)Meinung des "Chason Isch" ist dies am Schabat halachisch bedenklich, da das Feuer selber geschwächt werden muss, statt zugedeckt zu werden.

Ebenso müssen, nach vielen Poskim, die Regulierungsknöpfe zugedeckt werden, damit man auf sie keinen Zugriff hat (siehe Igrot Mosche). Dasselbe gilt für einen Elektroherd.

Die beste Lösung für das Problem des Kochens am Schabat ist bis heute noch die sog. Schabes-Platte. Denn diese hat keine Knöpfe, um die Wärme zu erhöhen, auch ist ihre Temperatur nicht so hoch wie die gewöhnliche Kochtemperatur eines Herds etwa. Die Schabes-Platte entspricht daher der halachischen Definition eines gedämpften Feuers (Kira Grufa Uktuma). Wir dürfen daher vor dem Schabat eine Speise auf die Schabes-Platte legen, damit diese auch am Schabat auf der Platte weitergekocht wird (wie Tschulent etwa) oder nur warmgehalten wird ( das Essen für den Abend-Kidusch). (siehe hierzu in Schmirat Schabat Kehilchata).



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