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Braucht man für das Lesen der Megila Synagoge und Minyan?

Diese Frage wird im Talmud (Talmud Megila, Blatt 5) besprochen. Grundsätzlich, so der Talmud, sollte das Lesen der Megila innerhalb eines Minyans und in der Synagoge stattfinden, dies aus folgenden Gründen: Das Purimwunder muss einer jüdischen Öffentlichkeit verkündet werden (Pirsumey Nissa), daher ist ein Minyan wichtig. Ebenso gilt die Regel: Je mehr Menschen sich an einem Ort versammeln, um ein Gebot zu erfüllen, umso stärker die Wirkung (Berav Am Hadrat Melech). Jedoch gibt es auch Fälle, wo die Megila ohne Minyan und Synagoge gelesen werden kann.
Folgendes hierzu legt der Schulchan Aruch fest (Schulchan Aruch, Hilchot Megila סימן תר"צ סעיף י"ח )

„Man muss sich bemühen, die Megila innerhalb eines Minyans zu lesen. Wenn dies nicht möglich ist, so kann man die Megila auch alleine lesen."

Die Mischna Brura in ihrem Kommentar auf den Schulchan Aruch erklärt, dass die Bemühung einen Minyan für das Lesen der Megila zu bekommen, mit dem grundsätzlichen Gebot der Verkündigung des Purimwunders (Pirsumey Nissa) verknüpft ist. Jedoch reicht ein Minyan alleine nicht aus, sondern man muss sich bemühen, dass dieser Minyan sich in der Synagoge versammelt, also dort wo eine breite

jüdische Öffentlichkeit versammelt ist. Dies aufgrund der zusätzlichen Bemühung einem in der Öffentlichkeit stattfindenden Gebot eine größere Wirkung zu verleihen (Berav Am). Und dies bedeutet, nach der Mischna Brura: Sogar jemand, der bei sich zu Hause schon einen Minyan versammelt hat, um mit ihnen die Megila zu lesen, ist aufgefordert mit diesen Menschen in die Synagoge zu gehen und dort mit allen andern gemeinsam die Megila zu lesen.
Wenn aber ein jüdischer Mensch, nach dem Talmud und dem Schulchan Aruch, weder eine Synagoge hat, wo vor einer breiten Öffentlichkeit die Megila gelesen wird, noch die Möglichkeit hat, einen bloßen Minyan zu finden, so liest er die Megila auch ohne Minyan.

An dieser Stelle müssen wir nun auch die Meinung des RaMa im Schulchan Aruch zitieren, welche auf eine Überlegung des RaN (Rabeynu Nissim) zurückgreift: Nach dieser Meinung gilt, dass wenn in einer Stadt schon die Megila gelesen worden ist (in einem Minyan) und Einzelne die Meglia nicht hören konnten, diese Menschen von vornherein davon befreit sind, nun einen neuen Minyan für das Lesen der Megila zu suchen. Der Grund dafür: Das Purimwunder wurde in ihrer Stadt schon verkündet, daher müssen sie sich nicht bemühen, dafür zu sorgen, es ein zweites Mal in einem zusätzlichen Minyan zu verkünden. (siehe hierzu in Mischna Brura תר"צ ס"ק ס"ב – ס"ד )



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