Wie hat ein Hadass auszusehen?

„Und nehmet euch...Zweig von einem dichtbelaubten Baume.." (Chumasch Wayikra. 23,40) Eine solche Pflanze gehört nach der Tora ebenso zum Sukot-Set der 4 Pflanzenarten. Der Talmud sagt: „Welcher ist ein Zweig von einem dichtbelaubten Baume (Anaf Ez Avot)? Ein solcher ist der Hadass." (Talmud Suka, Blatt 32).

Der Hadass wird in deutscher Sprache Myrthe genannt. Er ist so geschaffen, dass entlang seines Zweiges Knospen sind, aus denen dann (wohlriechende) kleine grüne Blätter so wachsen, dass der gesamte Zweig mit Blättern zugedeckt ist.

Und hierauf haben wir nun bei dem Hadass (wir verwenden für die Mizva 3 Hadassim) besonders zu achten:

Wenn wir auf die obere Spitze des Hadass schauen, so sollten wir darauf achten, dass die obersten Blätter des Hadass am besten ganz sein sollten, also nicht abgebrochen oder (der Breite nach) durchschnitten. Jedoch gilt: Selbst wenn die obersten Blätter abgebrochen sind (und der untere Rest noch besteht), so ist der Hadass koscher (Schulchan Aruch + RaMa סימן תרמ"ו סעיף י'). Was jedoch die Zweigspitze selber betrifft (also das Zweigholz, nicht die Blätter), so gilt eine strengere Halacha: Wenn der Zweig oben in der Spitze abgebrochen ist, und dies sichtbar ist (man also sehen kann, dass die Spitze abgebrochen ist), da die Blätter an dieser Stelle die Zweigspitze nicht verdecken, so sollte dieser oben abgebrochene Hadass nicht verwendet werden. Auch hier gilt (wie beim Etrog): Jeder Fehler und jede Versehrtheit beim Hadass muss bei normalem Betrachen/Hinschauen erkennbar sein, und nicht durch sehr genaue Untersuchung (siehe Mischna Brura, סימן תרמ"ח ס"ק מ"). Ist die obere Zweigspitze abgebrochen, jedoch überdecken die unteren Hadass-Blätter diesen Makel, so ist der Hadass koscher.

Unsere Gelehrten haben festgelegt (Talmud Suka, Blatt 32), dass der dichtbelaubte Baumzweig, von dem die Tora spricht, ein solcher ist, bei dem die Blätter tatsächlich den gesamten Zweig zudecken, und dazu zählt dass jeweils drei Blätter aus jeweils kleinen Knospen, auf gleicher Höhe gleichmäßig emporwachsen und den Zweig zudecken. Dann sprechen wir halachisch von einem "Hadass Meschulasch", was soviel bedeutet wie: ein Hadass, der jeweils 3 Blätter in gleicher Höhe gleichmäßig hervorbringt. (Schulchan Aruch סעיף ג'). Ein wesentlicher Hidur beim Hadass ist genau dieser halachische Aspekt, dass nämlich jeweils 3 Blätter auf gleicher Höhe vorzufinden sind. Je mehr diese Drei-Blätter-Struktur in Gleichmäßigkeit vorzufinden ist, umso höher der Hidur des Hadass. Bei vielen Hadassim finden wir jedoch vor, dass die Blätter nicht in genauer Höhe und gleichmäßig wachsen, sondern dass ein Blatt etwas tiefer oder höher als sein Nachbarblatt wächst. Hier gilt: Wenn dennoch aber erkennbar ist, dass die 3 Blätter auf einer mehr oder weniger gemeinsamen Höhe sich befinden (trotz der kleinen Abweichungen), so sprechen wir auch hier von einem "Hadass Meschulasch", der zweifellos koscher ist. Aber: Wenn bei einem Hadass der Blätterwuchs so beschaffen ist, dass z.B. 2 Blätter auf gleicher Höher wachsen, und das dritte Blatt deutlich oberhalb oder unterhalb dieser Höhe ist (weil dieses Blatt mit einer ganz anderen Zweigwurzel verbunden ist), so sprechen wir in diesem Falle von einem "Hadass Schote", welcher in bestimmten Fällen unbrauchbar ist. (Schulchan Aruch סעיף ג'). Ebenso ist ein Hadass dann unbrauchbar, wann immer nur 2 Blätter (statt 3) ihn jeweils bedecken, selbst wenn sie auf einer Höhe sind. (siehe auch Mischna Brura ס"ק ט"ו).

Der Hadass muss eine Länge von 3 Tefachim haben (nach Chason Isch: 28 cm. Nach anderer Meinung: 24 cm). Und es ist richtig die Länge des Hadass ab dort zu messen, wo die Blätter zu wachsen beginnen und nicht ab dem unteren Zweigbeginn (Chason Isch). Wichtig nun zu wissen: Der Hadass muss in der Mehrheit seiner Länge "Meschulasch" sein, d.h. mit Dreier-Blätter in der Mehrheit seiner Länge zugedeckt sein. Dieses Mehrheitsprinzip ist eine wichtige Grundregel. (Schulchan Aruch (סעיף ה'. Der Hadass darf nicht so sehr ausgetrocknet sein (ebenso alle anderen Pflanzenarten von Sukot), dass er schon farblos ist (also nicht mehr grün) und seine ausgetrockneten Blätter mit dem Fingernagel leicht abzukratzen sind (Magen Avraham, siehe in Mischna Brura ).

Ist der Hadass grün und frisch, ist er durchgehend "Meschulasch", und seine Zweig- und Blätterspitze ist völlig unversehrt, so wäre dies ein sehr qualitativer Mehadrin-Hadass für die Mizva der Arbat Haminim.



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