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Der Monat Cheschwan / Mar-Cheschwan / Bul

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Wir stehen im Jahr 5779. Vor 4123 Jahren, im Jahre 1656, begann in diesem Monat der Mabul (die Sintflut).

Cheschwan ist der zweite Monat des neuen Jahres, wird aber in der Thora der achte genannt, weil man mit Nissan zu zählen anfängt. Dieser Monat wird im Tanach "Bul" genannt. Im ersten Buch der Könige (Melachim I, 6:38) heisst es: "Und im elften Jahre, im Monat Bul, das ist der achte Monat, war das Haus (der Tempel) fertig..."

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Raw Frand zu Schmitta: Die doppelte Sicherheitsgarantie

Die doppelte Sicherheitsgarantie

Anschliessend an die Gesetze des Schmitta- (Ruhe-) und des Joweljahrs (7. und 50. Jahr), schreibt die Torah: "Erfüllet meine Gesetze, und meine Rechtsordnungen hütet und erfüllet sie, so werdet ihr sicher im Lande wohnen. Das Land wird seine Frucht geben, ihr werdet euch satt essen und ihr werdet sicher im Lande wohnen." [Wajikra 25:18-19]

Es scheint, als ob es in diesen zwei Pesukim einen doppelten Ausdruck gibt. Die Pesukim 18 und 19 enden mit dem gleichen Satzfragment: "Ihr werdet sicher im Lande wohnen." Raschi bemerkt dies und erklärt wie folgt: Der erste Pasuk schreibt "Ihr werdet sicher im Lande wohnen", um uns zu sagen, dass die Strafe für das Nicht-Einhalten des Schmitta-Jahres (Ruhejahres) Vertreibung ins Exil ist. Der zweite Pasuk schreibt "Ihr werdet sicher im Lande wohnen", um uns zu versprechen, dass wir uns nicht vor einem Dürrejahr sorgen müssen. In anderen Worten, der erste Pasuk bezieht sich auf militärische, nationale Sicherheit, während der zweite von ökonomischer, landschaftlicher Sicherheit spricht.

Der Chatam Sofer bietet eine andere Erklärung an, um diese Wiederholung zu rechtfertigen:

Es fällt uns zwar schwer, dies uns vorzustellen, doch wenn man auf dem Land wohnt, ohne die heute existierende weltweite Wirtschaft von Import und Export, dann gilt „wenn man nicht pflanzt, dann wird man nicht essen“. Es sind nur hundert Jahre her, seit die ersten Jehudim von Europa nach Erez Jisrael zurückkamen und die Frage gestellt wurde, was sie während Schmitta tun sollten. Es war im wahrsten Sinne des Wortes zu befürchten, dass die ganze Gemeinde hungern und sterben würde, wenn sie nicht einen Weg finden würden, wie im Schmitta-Jahr das Land zu bearbeiten!

Der Chatam Sofer sagt, das Versprechen "Ihr werdet sicher im Lande wohnen" von Pasuk 18 bezieht sich auf genau diese Furcht. Die Torah verspricht uns in Pasuk 18, wenn wir die Gesetze von Schmitta halten, werden wir in wunderbarer Weise ökonomische Sicherheit haben, wie der Pasuk dann erklärt: "So werde Ich euch Meinen Segen im sechsten Jahr befehlen und  es  wird  den   Ertrag  für   drei  Jahre schaffen." [25:21].

Pasuk 19 bietet uns nach dem Chatam Sofer eine weitere Garantie.

Eines der grossen Prüfungen, die Geld darstellt, ist, dass es uns  zu Kopf steigt. Wir beginnen zu denken: "Meine Kraft und die Macht meiner Hand hat mir dieses grosse Vermögen geschaffen." [Dewarim 8:17] Die grosse Herausforderung von Überfluss ist, dass wir nie vergessen dürfen, woher unser Einkommen stammt.

Wenn Menschen anfangen, viel Geld zu verdienen, dann geschieht oft, dass sie denken: "Dies kommt, weil ich gescheiter bin, besser bin, weiss wie zu investieren, weiss wie mein Geschäft zu führen." Es ist nicht einfach, der Versuchung von Überfluss – was dieser aus unserem Ego und aus unserem Lebensstil macht –zu begegnen.

In Pasuk 19, lehrt die Torah das folgende: Wenn du realisierst, dass diese Früchte durch ein Wunder wachsen; wenn du realisierst, dass der Ertrag nicht durch deine Arbeit kam, sondern weil du die Gesetze von Haschem beachtest, dann wirst du in Sicherheit in deinem Land wohnen. Du wirst den Segen haben, dass dein Wohlstand dir nicht zu Kopf steigen wird.

So lange wir erkennen, dass alles von Haschem kommt, so lange werden wir nicht von den Versuchungen des Reichtums überwältigt werden. Dies ist das zweite Versprechen von Sicherheit in dieser Parscha: "Du wirst die Sicherheit haben, dass dein Reichtum dich nicht in einer negativen Art beeinflussen wird. Weshalb? Denn du wirst realisieren, dass es von Haschem kommt."


Rav Frand, Copyright © 2008 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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Details

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Woher kommen dann diese Details? Jeder, der Tora lernt, kennt zwei wichtige Begriffe: schriftliche und mündliche Tora. Die schriftliche Tora sind die fünf Teile der Tora. Die mündliche Tora ist eigentlich die Erklärung für alles, was in der schriftlichen Tora steht. In der Tora sind Regeln enthalten. Diese Regeln brauchen Erklärungen und diese befinden sich in der mündlichen Tora. Mosche hatte diese Tora am Berg Sinai erhalten und sie das Volk gelehrt. In beinahe 1.400 Jahren wurde die Tradition des mündlichen Lernens in den unterschiedlichen Generationen beibehalten.

Zu Zeiten des Rabbi Jehuda Hanasi (ca. 135–220), einem der großen Tanaim nach der Zerstörung des Tempels, verstand Rabbi Jehuda, dass es im Exil für das Volk schwer ist, die Tora zu lernen und sie zu verinnerlichen. Deshalb entschied er, dass es notwendig sei, die Tora schriftlich festzuhalten. Er fasste die mündliche Tora in 60 Traktaten der Mischna zusammen, eine Arbeit, die durch das Verfassen des babylonischen Talmuds fortgesetzt wurde und später durch das wichtigste Buch der Halacha, den Schulchan Aruch von Rabbi Joseph Karo (16. Jahrhundert) fortgesetzt wurde.

Die Mischna, der Talmud und der Schulchan Aruch sind nur Teil der Tradition. Sie wird in den Jeschiwot von Rabbinern gelehrt, um die Halacha, nämlich die Gesetze des Lebens zu verstehen. Nur derjenige, der durch Rabbiner ermächtigt wurde, darf nach vielen Jahren des Lernens nach der Halacha urteilen. Trotz dieser eindeutigen Regeln wurde im Laufe der Generationen versucht, durch viele Gruppierungen die Autorität der Rabbiner infrage zu stellen und gegen die mündliche Tora zu argumentieren. Das bekannteste Beispiel dazu sind die Sadduzäer, die Boethusianer und später die Karäer.
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