Der Monat Cheschwan / Mar-Cheschwan / Bul

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Wir stehen im Jahr 5779. Vor 4123 Jahren, im Jahre 1656, begann in diesem Monat der Mabul (die Sintflut).

Cheschwan ist der zweite Monat des neuen Jahres, wird aber in der Thora der achte genannt, weil man mit Nissan zu zählen anfängt. Dieser Monat wird im Tanach "Bul" genannt. Im ersten Buch der Könige (Melachim I, 6:38) heisst es: "Und im elften Jahre, im Monat Bul, das ist der achte Monat, war das Haus (der Tempel) fertig..."

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Fragen und Anmerkungen zu den “sieben Noachitischen Geboten“

Unser Wochenabschnitt „Noach" gilt als eine der entscheidenden Quellen für die sog. "Schewa Mizvot Bney Noach" – die sieben Noachitischen Gebote, welche G´tt der Menschheitsfamilie zum Einhalten gab, im Unterschied zu Am Israel, welches 613 Mizvot erhielt.

Folgende sind die 7 Noachitischen Gebote:

  1. Verbot von Götzendienst (Avoda Sara)
  2. Verbot der Entweihung/des Missbrauchs von G´ttes Namen
  3. Verbot zu morden
  4. Verbotene sexuelle Beziehungen (wie z.B. Inzest oder Ehebruch)
  5. Verbot zu stehlen
  6. Verbot vom lebenden Tier zu essen, ohne es davor zu töten
  7. Gebot ein Gerichtssystem zu schaffen

Zunächst einmal ist es nicht eindeutig, wo und wie genau die Tora diese Gebote nennt. Der Talmud (Talmud Sanhedrin, Blatt 56) zählt die 7 Noachitischen Gebote auf, aber nennt als erste Quelle den Wochenabschnitt Bereschit. Da nämlich legt der Talmud folgenden Vers aus:

„Und G´tt, der Ewige, befahl dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens magst du essen. Nur von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, von diesem sollst du nicht essen.." (Chumasch Bereschit, 2,17)

Der Talmud interpretiert aus jedem einzelnen Wort dieses Verses, anhand eines Wortvergleiches mit anderen Versen der Tora (Gsera Schava), indirekt die Noachitischen Gebote, welche demnach also schon Adam von G´tt erhielt.

Auf der andern Seite lernen wir in diesem Wochenabschnitt „Noach" wie Noach von G´tt explizite und konkrete Gebote bzw. Verbote erhält, jedoch nicht sieben, sondern nur zwei, nämlich das Verbot zu morden und das Verbot vom Lebenden zu essen (Ever Min Hachay):

„Aber Fleisch, in dem noch das Blut kreist, sollt ihr nicht essen (gemeint ist das noch lebendige Tier)...Wer Menschenblut vergiesst, durch Menschen soll sein Blut vergossen werden.." (Chumasch Bereschit, 9,6).

Der RamBam hat eine Methode, die jedoch Klarheit über Quelle, Ursprung und Wesen der sieben Noachitschen Gebote schafft (siehe hierzu in Mischne Tora, Hilchot Melachim, 9. Abschitt). Der RamBam schreibt, dass sechs der Noachitischen Gebote schon Adam gegeben worden sind, jedoch das siebente Gebot (Ever Min Hachay) Noach als etwas völlig Neues gegeben worden ist. Daher sprechen wir von Noachitischen Gebote, denn ihr Abschluss vollzog sich in der Zeit von Noach.

Ebenso legt der RamBam fest: Ein jeder Nichtjude, der diese Gebote einhält, hat Anteil an der kommenden Welt, als Lohn für seine Gesetzestreue (Olam Haba). Ein Nichtjude, der die 7 Gebote einhält, hat sie aus einem Glauben an die Tora heraus zu vollziehen (!). Dies bedeutet: Auch ein Ben Noach hat an die Wahrheit und Richtigkeit von Torat Israel zu glauben.

Viele halachische Fragen ergeben sich nun aus den sieben Noachitischen Geboten. So z.B. die Frage nach dem Gerichtssystem, nach welchem also eine jede nichtjüdische Gesellschaft zu funktionieren hat: Nach dem RamBam besteht dieses Gebot darin, dass der nichtjüdische Beyt Din nur über die Noachitischen Gebote zu wachen hat. Nach dem RamBaN besteht das Gebot darüber hinaus auch darin, dass eine nichtjüdische Gesellschaft Gesetze und Richter haben muss, die sich mit allen Fragen eines funktionierenden Gesetzesstaates auseinander zu setzen haben.

Eine andere interessante halachische Frage ist, nach welchem Rechtsverständnis die Noachitischen Gebote in einer nichtjüdischen Gesellschaft ihre Geltung haben sollen: nach jüdischem Rechtsverständnis (Diney Israel) oder nach den juristischen Definitionen der verschiedenen goyischen Rechtssystemen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der "Ziz Elieser"

(Rav Elieser Waldenberg) in einer Response, und er weist auf, dass dies schon im Talmud Streit der Gelehrten ist. (siehe hierzu: שו"ת ציץ אליעזר חלק טז סימן נה )

Rav Mosche Feinstein befasst sich mit der Frage, ob es erlaubt sei, den Nichtjuden die sieben Noachitischen Gebote zu lehren, wenn doch die allgemeine Halacha gilt, dass wir die mündliche Tora den Nichtjuden nicht lehren dürfen. Im Falle der sieben Noachitischen Gebote müssten wir aber auf Talmud und rabbinische Erklärungen zurückgreifen, wenn es z.B. um Definitionen von Diebstahl und Götzendienst nach jüdisch-talmudischem Verständnis geht. Nach Rav Mosche Feinstein gibt es hier aber kein Verbot, basierend auf einem Tosfot (in Talmud Chagiga), wonach das Lehren der 7 Noachitischen Gebote nicht zum allgemeinen Tora-Lehrverbot gegenüber Nichtjuden zählt. (siehe: שו"ת אגרות משה יורה דעה חלק סימן פט )

Ob es nun unsere Mizva und Pflicht ist, unter den Nichtjuden heute und in unserer Zeit die sieben Noachitischen Gebote zu verbreiten, darüber streiten die Gelehrten.



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